1. discovery art fair in Frankfurt/Main

„discovery art fair“ - Frankfurt 2018, die erste „Liste“ unter diesem Namen und die erste in Frankfurt überhaupt. Eine Entdeckermesse für Kunstinteressierte, Sammler und Kunstliebhaber.

Wer Geld in die Hand nimmt und es für Kunst ausgibt, hat entweder so viel, dass er nur einen kurzen Gedanken daran verschwendet, oder er stürzt sich für die etwas andere Liebe in Unkosten, die ihn noch eine Weile beschäftigen werden. Und dann gibt es da noch die, die hoffen eine Wertanlage zu erstehen. Einen Künstler, bzw. sein Werk, das im Idealfall nach zehn Jahren mehr wert sein wird, als zu dem Zeitpunkt, an dem man die Arbeit erstanden hat. Sie alle waren am 01.11.2018 in Frankfurt am Main, der bislang nicht unbedingt als Kunstmetropole bekannten City, die zur Vernissage der 1. discovery Gregor Kalus auf der Discovery Art Fair 2018art fair, gleich hinter dem Messeturm (oder davor, je nachdem von wo man es betrachten will) geladen hatte. Man traf Hoffnungsträger wie Gregor Kalus oder Studio Komander wieder, man begegnete neuen Talenten und man konnte die Auswahl der renommierten Galerien des Rhein-Main-Gebietes begutachten. Nicht alles war neu und Einiges war weniger spektakulär als erhofft, dennoch hatten die Kunst-sammelnden und Suchenden reichlich Auswahl; wer weiß, vielleicht war ja der eine oder andere Künstler dabei, der den internationalen Durchbruch schafft. Man darf auf die Zukunft gespannt sein.

Auf der Suche nach dem Besonderen, nach Etwas, das man nicht vergessen wird, nach Etwas, das bleibt, oder das man unbedingt haben will, noch bevor es die Öffentlichkeit zu Gesicht bekommt, sahen sich die zahlreichen geladenen Gäste auf der Eröffnung der Entdeckermesse um und warteten auf ihren „Moment“! Mit rund 70 Ausstellern gerade groß genug, um nicht von Kunst erschlagen zu werden, mit etlichen vielversprechenden regional arbeitenden Künstlern, vertreten durch die renommierten Galerien des Rhein-Main Gebietes, aber auch mit Galerien aus den Kunstmetropolen wie Düsseldorf, oder international tätig wie die Gallery Tableau aus Seoul, hatte man die Chance auf viele gute Gespräche. Mal über Kunst, mal über das Leben an sich, oder das Kunstgeschäft im allgemeinen. Und dann irgendwann war er da, dieser eine Moment! „Manchmal darf Kunst auch einfach nur gefallen!“ Mari Arp hatte unser Verharren vor Philine Görnandts großformatiger Papierarbeit „Roots“ erkannt, war auf ihre unnachahmlich frische Art auf uns zugesprungen und hatte uns in ihren Bann gezogen. Die Künstlerin und Galeristin der eigenen Galerie Arp aus Hanau, gerade einmal ein Jahr auf dem Markt, will die Kunst wieder zu dem machen, was sie einmal war: Ausdruck von Freude, von Wut, von Angst, von Kritik, von Statement, gerne auch Understatement, und ohne kunsthistorisches Palawer, bei dem man sich mühsam das Gähnen unterdrückt. Kunst soll einfach wieder Spaß machen! So wie es Mari Arp beschrieb, ist ihre Galerie die Antwort auf den im Umbruch befindlichen Kunstmarkt. Jung, frisch, frech, voller Lebenslust und es darf auch gelacht, auf jeden Fall aber geschmunzelt werden. Geschmunzelt, wie bei der asiatischen Dame mit Kaugummiblase vorm Mund, die Arp selbst als Abschluss ihrer asiatischen Phase in einem Duett zweier großformatiger Asien-Porträts präsentierte.

Arp geht einen gewagten Schritt in eine von überwiegend Männern beherrschte Welt, die auch überwiegend ihresgleichen sucht. Sie verleiht Frauen eine Stimme in der Kunst. Und dass Frauen durchaus das Zeug zu großer Kunst haben zeigt Arp mit der Wahl der Papierkünstlerin Philine Görnandt. Das großformatige Werk „Roots“ fasziniert und berührt und man ist sofort versucht zu fühlen… Vom gleichen Kaliber wie Arp, jung, sympathisch und voller Energie lässt Görnandt einen sofort ein anderes ihrer Werke anfassen. Sie will beim Betrachter ihr Werk als Erlebnis im Gedächtnis hinterlassen und wir ahnen, es wird gelingen. In Zeiten digitaler Möglichkeiten scheint es fast, als geriete Papier allmählich ins Hintertreffen, so gesehen ist Görnandts Kunst ein Geschenk, denn sie gibt dem Material Papier als solches wieder Raum und die Möglichkeit für sich zu wirken. Nicht als Mittel zum Zweck, um darauf zu schreiben oder zu zeichnen, sondern um es zum Kunstwerk zu erheben. Wer weiß, vielleicht verdrängen die digitalen Möglichkeiten Papier eines Tages als Medium und Papier als Arbeitsmaterial wird zum Luxusartikel, dann könnte ein Görnandt als Wahrzeichen für vergangene Zeiten unbezahlbar sein.

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