11. regio art in Gerolsheim

Gerolsheim rückte die Kunst vom 19. - 21.10.2018 in den Fokus. Malerei, Fotografie und Skulpturen aus Region und Ferne wurden präsentiert und lockten zahlreiche Besucher in die Pfalz. Und die Besucher wurden belohnt! - Wie schon in Bürstadt in der Woche zuvor waren auch die Bürstädter Kunstpreisträger Nadia Kimova und Toni Keller wieder vertreten; Peter Frick, Herbert Fröhlich, Gizella Marosan-Lindig und weitere „Alte Bekannte“ waren mit dabei.

Konrad Peter

Bei Konrad Peter hörte man bisweilen Vergleiche zu den Graffiti-Street-Art-Performern, die sich jüngst auch indoor etablieren. In seinen kontrastreichen, strichstarken Werken tauchen immer wieder die typischen Kugeln auf, die dem Künstler den Beinamen „Kugel-Peter“ einbrachte. Seine Weltsicht ist abstrakt, seine Gesichter sind karikativ und über die Gemälde hinaus beeindruckt der Künstler auch mit der Gestaltung von Mobiliar oder dem Aufbau abstrakter Skulpturen.

Nicoleta Steffen

Federn muss man bei der Betrachtung von Kunst nicht lassen, ganz im Gegenteil, man kann Federn bekommen. Nicoleta Steffen zeigt in überdimensionaler Größe mit welcher Schönheit einzelne Federn aufwarten können. Wer erinnert sich nicht daran in der Kindheit einmal eine Feder aufgehoben zu haben? Und hat man dann nicht gedacht: Was für ein Gefühl!? Selbst eine weiße Gänsefeder, oder eine schwarze Rabenfeder, … so perfekt, so einzigartig! Eine Pfauenfeder, der Inbegriff der Schönheit in fast allen Kulturen. Wenn die Zeichnung besonders schön und ansprechend ist kann man den Blick nicht abwenden … Schönheit kann so viele Gesichter haben. Vielleicht haben wir es vergessen. Nicoleta Steffen erinnert uns wieder daran.

Thomas Goerger

Dann bleibt man plötzlich vor etwas stehen, was anders ist. Keine Gemälde, wie man im ersten Moment vermutet. Fotografien sind es, die uns Thomas Goerger zeigt. Der digitale Pinsel hat das Werk vollbracht. Diffus, vage, nicht erkennbar, die Bewegung des Fotografen präsentierend, ein Objekt darstellend, das man sich erdenken soll, oder eben kein Objekt, … der Fantasie des Betrachters sind keine Grenzen gesetzt. Das Bild soll zum Grübeln anregen. - Ruhe ausstrahlend, beruhigend, wird es den Betrachter meditativ beeinflussen. Man kann endlich loslassen von allem, was um einem herum Stress verursacht! Man kann endlich den realen Bildern entfliehen und sich in den eigenen Fantasien verlieren.

Bettina Pfirrmann

Abstraktionen in Farbe, die ein wenig an Walter Hrivnaks Stil erinnern, erschafft Bettina Pfirrmann. Kontrastreich farbig auf schwarzem Grund, oder hell, Ton in Ton auf weißem Grund malt sie Menschen und Gesichter derart, dass man den Blick nicht mehr abwenden kann. Nicht das Reale beeindruckt. Die Abstraktion überzeugt und ein Engel mit bunten Flügeln in Jeans, darauf muss man auch erst einmal kommen! Bei Bettina Pfirrmann genauer hinzuschauen lohnt sich!

Petra Ditter

Petra Ditter faszinierte mit einem großformatigen Werk, das an eine Skyline am Wasser, um 90 Grad gedreht erinnert. Die vermeintlich rötliche Spiegelung auf dem Wasser wirkt wie Abenddämmerung, während der Himmel, wenn man ihn denn als solchen betrachten würde, trübwettergrau ist. Wie ein Dimensionsspalt teilt eine schwarze Linie das Bild in ein oben und unten, bzw., wenn um 90 Grad gedreht betrachtet, ein links und rechts. Und ein schwarzes „Auge“ zieht den Betrachter in den Bann. Man verharrt und fragt sich, ob das Bild so gedacht war. Ditter spielt mit der Vorstellungskraft des Betrachters was auch in den anderen Werken zu erkennen ist.

Volker Senzel

Die großformatigen Werke des Künstlers Volker Senzel setzen ebenfalls den Geist des Betrachters frei. Man kann sich vorstellen, dass ein Flusslauf von oben betrachtet, inmitten moosbedeckter Felsen, auf einen Wasserfall zutost, oder sich aus einer grauen Nebellandschaft die Nebelschleier bizarr öffnen und den Blick auf helles, fröhliches, hoffnungsfrohes Gelb freigeben. Es sind Bilder für die Sinne und das Treiben in Fantasien, durch deren raue Struktur man eine tiefere Wahrnehmung bekommt.

Linda Müller

Die Aquarelle von Linda Müller sind ein echter Hingucker. Man erkennt sofort, dass die Künstlerin den Umgang mit dieser Technik beherrscht. Linda Müller setzt sowohl Großstadtansichten in Szene, als auch ferne Urlaubsziele, die sofort Erinnerungen an besondere und nicht zuletzt schöne Momente wecken. Linda Müllers Werke sind Wohlfühlwerke an denen man sich einfach nicht satt sehen will.

Gerolsheim hatte so vieles zu bieten, Altes, wie Neues, dass wir uns schon wieder auf die nächste regio art 2019 freuen und gespannt sind, wie sich die Künstler weiterentwickeln.