ART Karlsruhe 02/19

Art Karlsruhe!

Vom 21.02 - 24.02.19 gab es in Karlsruhe wieder viel Kunst zu bestauenen. Über 4 Hallen verteilt präsentierten Galerien aus der ganzen Welt Künstler mit ihren Gemälden, Fotografien und Skulpturen. Viel alt Bekanntes aber auch viel Neues konnte man sich in Karlsruhe anschauen.
Wer nach Karlsruhe auf die Messe fährt sollte Zeit mitbringen um die Kunst in ihrer Vielfalt ausgiebig genießen zu können.

Ausgelassen, unbeschwert, fröhlich und bunt... so kann das Leben sein. So sollte es sein. Oft! - Und wenn es mal nicht so ist kann man sich daran erinnern, wenn man die Werke von Kerstin Thomas, vertreten durch die Galerie artRoom, betrachtet. Sie begegnet uns nun schon zum zweiten Mal, und zum zweiten Mal, sind wir fasziniert. Das Leben nicht zu ernst nehmen, zu leben und nicht zu viel zu denken, einfach machen... all das fällt uns ein, wenn wir die Werke der Münchner Künstlerin näher betrachten. Kerstin Thomas zeigt den Zeitgeist, bildet die Jugend und ihre Vorlieben ab und vermittelt, dass das Leben auch einfach mal nur Lachen sein kann. Ihre Werke reißen mit und wer es farbig mag, ist bei Kerstin Thomas gut aufgehoben. Sie bringt Farbe auf die Leinwand, und nicht nur eine.....

Und so wenig Farbe, wie Kerstin Thomas viel als Ausdrucksmittel nutzt, bringt Uwe Langmann in seine Fotografien. Der Fotokünstler will meditative Stimmungen einfangen und sie für den Betrachter fühlbar und erlebbar machen. Tatsächlich kann man sich in den Bildern verlieren. Inspiriert wird Uwe Langmann von japanischer Tusche, Zen-Buddhismus und grafischen, abstrakten Arbeiten. Mit seinen Werken will er auch ein Mahnmal setzen, immer wieder zu betrachten, wo der Mensch eingreift und was das am Ende hinterlässt.

Simon Czapla, vertreten durch die Galerie Michaela Helfrich, ist ein faszininerendes Kunsttalent, dessen Preise in den letzten Jahren ordentlich angezogen sind. Seine fantastischen Tierwesen mit menschlichen Accessoires, ziehen einen sofort in den Bann. Erst mal wundert man sich, fragt sich, was soll das Ganze, dann kann man aber doch nicht weitergehen und will mehr wissen. Beschäftigt man sich mit Czaplas Werken erkennt man schnell die Kritik am menschlichen Treiben. Als Fabelwesen getarnt haben die Tiere doch reichlich Menschliches an sich und man darf sich gerne die Frage stellen, sieht man tatsächlich Tiere oder doch vielleicht Menschen? In jedem Fall spannend Czaplas Kunst zu verfolgen. Was wird wohl als nächstes kommen?

SALAT!!! Wer denkt da an Kunst? Stefan Gross, vertreten durch die Galerie Chiefs & Spirits, war der erster Künstler, auf der Art Karlsruhe, der uns mit seinen außergewöhnlichen 3-dimensionalen Kunstwerken empfing. An seinen Werken wie „Wilder Salat mit rot“ oder seinen Blumenbildern kam man gar nicht vorbei ohne mit einem Ohhh zu verweilen. Salat in saftigem grün, mal ganz anders - anziehend!!! Gross´ Werke werden aus thermoplastischem Kunststoffgranulat gefertigt, welches schwach erhitzt und dann mit Pigmenten und Öl sowie weiteren recyclebaren Materialien vermischt wird. Jedes einzelne Salatblatt, jede Blüte - ein Unikat. Gross selbst bezeichnet sich augenzwinkernd als natürlichen/personifizierten Drucker.
Seine Werke wirken mutig. Bunt, farbenfroh und einzigartig, Frische und Energie ausstrahlend. Durch die 3 Dimensionalität stechen die Werke ins Auge und ziehen einen in ihren Bann.
Die Werke des in den Niederlanden wohnenden Künstlers sind eine Persiflage auf die Lebensmittel- sowie Verpackungsindustrie. Gerade in den Niederlanden, wo das makellos, gesund und frisch aussehende Gemüse aus den Gewächshäusern kommt, möchte er mit seinen Werken aus Plastik zeigen, dass nicht alles ist, wie es auf den ersten Blick erscheint und dass die Natur eben nicht ein wie das andere Produkt gleich aussehen lässt. Man darf gespannt sein, wie es weitergeht mit der Kritik an der Massenproduktion perfektionierter Nahrungsmittel.
Nicht zuletzt sei erwähnt: Gross´ Kunstwerke sind biologisch abbaubar, was ihm sehr wichtig ist.

Fotografie, ein hart umkämpftes und schwieriges Feld in der Kunst. Die Galerie Monika Wertheimer aus Basel hat sich dieses Feldes angenommen und beeindruckte mit kontrastreichen Fotografien, mit den bizarren Werken der Künstler Marc Volk und Nicolas Henri.

Was sieht man, wo befindet man sich, eine andere Galaxie? Marc Volk´s Fotografien sind jede für sich ein unwiderrufliches Unikat, denn er arbeitet analog. Die Arbeiten werden nach den klassischen Fotogramm- und Chemogrammtechniken in der Dunkelkammer entwickelt, dabei spielt der Künstler bei der Entwicklung mit gelegentlichem Lichteinfall, so dass keines seiner Werke reproduzierbar ist.
Der Künstler Nicolas Henri wiederum arbeitet mit digitaler Highend Fotografie. Henri benutzt zum fotografischen Zeichnen Drohnen, welche er mit LED´s bestückt und dann im nächtlichen Himmel ihre Bahnen ziehen läßt. Die Langzeitbelichtung tut dann ihr übriges und verleiht den Drohnenbahnen etwas mystisch-magisches, wie nicht von dieser Welt. Vermeintlich außerirdische Kunstweke könnte man meinen, aber tatsächlich nur die künstlerische Nutzung der technisch gegebenen modernen Möglichkeiten. Faszinierend das Ergebnis des Einsatzes von Drohnen als Künstler. Ein echtes Must See!