Trump meets Kim Yong Un - Singapore 12.06.2018

Trump vs Kim Yong Un - Alin KlassWas bevorsteht ist wie ein Spaziergang zum Spielplatz.

Sie werden raufen, denkt man, hoffentlich nur verbal, aber man ahnt schon Schlimmes! - Indes: Welche Ahnung hat man schon?

Da treffen sich zwei Jungs zum Spielen. - Ausgang ungewiss. Gewiss ist, dass der Eine sich zu öffnen scheint, während der Andere sich längst allen verschlossen hat. - So wirkt es von außen. Auf mich, die keine Expertin ist, aber die weiß, dass Buben gern raufen und mit Spielzeugwaffen um sich schießen, nicht erwachsen werden wollen, sowie bisweilen nichts so machen, wie es die Vernunft liebender Mütter wünscht.

Der Eine, der gerne Militärparaden an sich vorbeiziehen lässt wie eine Spielzeugarmee aus aufgezogenen Spielzeugsoldaten und sich dann öffentlichkeitswirksam STARK und MÄCHTIG ablichten lässt, hat eine Frau an der Seite, von der man nur wenig weiß, die man nur selten sieht, die aber vielleicht, wirklich weiß man es nicht, besänftigend auf ihn einwirkt und ihn zur Milde erzieht. Sein Lachen jüngst offen und groß, vielleicht ist es ehrlich. Vielleicht ist er es, in dem man sich täuscht. Vielleicht ist er der Bub, der gerade erwachsen wird und erkennt, dass seine Macht viel größer ist, als er ahnte, nämlich so groß, dass er Frieden bringen könnte und der Welt zeigen könnte, dass die traditionellen Werte aus Fernost eine Chance aus dem gegenwärtigen weltpolitischen Dilemma weisen könnten. Das Erbe des Vaters angetreten, muss er es ja nicht unumstritten fortführen. - Er könnte ja ein wenig die Richtung ändern!

Der Andere, kapitalistisch verblendet, von Reichtum und Wohlstand verwöhnt, agiert trotzig und störrisch, impulsiv, egoman. Der Verschlossene mit dem Pandarand des Solariums  im gebräunten Gesicht wirkt alt und frustriert. Wirkt, als hätte er den ewigen Frieden satt und wolle nun mal aufmischen und sehen, was dabei herauskommt. Die Aufmerksamkeit auf die Schöne an seiner Seite gerichtet, in deren Schatten er zum Übermächtigen heranwächst, scheint er Alles allein für sich erobern zu wollen. - Er ist der "König"! Und sein Wort ist Gesetz! - Der Rest der Welt ist ihm egal. Die eigenen Vorteile im Blick, narzißtisch und frauenverachtend, stapft er mit Siebenmeilenstiefeln riesenhaft durch die Welt und versucht zu zermalmen, was sich ihm in den Weg stellt. - Unbeabsichtigt?

Die Welt ist im Umbruch wie es scheint und Alin Klass malt, was vor sich geht. Manchmal ist das Unfassbare so offensichtlich, dass man es nur noch in Form bringen muss. Alin Klass beherrscht diese Kunst. Die Künstlerin, die mit ihrem "König" Trump auf der Kölner Liste war und deren "Männer mit Fischen" auf der Kunstroute Ehrenfeld im eigenen Atelier in Köln zu bestaunen waren, besticht mit dem Blick fürs Wesentliche und man erkennt die politischen Anspielungen sofort.

Wie auch immer sich die Weltpolitik entwickeln, wie die politische Lage sich wandeln wird und wie die Großen in der Welt agieren werden, Alin Klass´ Interpretationen sollte man verfolgen. In jedem Fall sind die großformatigen Werke ein Blickfang und fordern auf, hinter die Fassade zu blicken. Nicht immer nur alles hinzunehmen, sondern sich in den politischen Diskurs zu stürzen. - Vielleicht sogar sich laut zu äußern oder einzumischen. Ein Appell vor allem an Jene, die in der Welt verbales Gewicht besitzen.

Kunst darf politisch sein. Ja sollte es. Vor allem in Zeiten wie diesen. Das beweist Alin Klass!

 

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