Katinka Dermietzel

Katinka Dermietzel - Kölner Liste 2018Geisterhaft, schemenhaft, nicht wirklich, so wirken die Werke von Katinka Dermietzel, die wir schon auf der Kölner Liste 2017 bestaunt haben. Verharrt man vor den Bildern hat man das Gefühl, man steht im Nebel. Einem dichten, undurchdringlichen Nebel, wie aus der Erinnerung an Dartmoor oder Schwarz-Weiß-Filme von Edgar Wallace, Hitchcock oder den Geschichten des Edgar Allen Poe. Man betrachtet das Werk und wartet darauf, dass sich der Nebel lichtet und die schemenhaften Figuren klarer sichtbar werden.

Anders als bei Gregor Kalus, dessen Figuren und Portraits erst allmählich durch seine spezielle Bearbeitung der „Pfütze“ auf dem Papier entstehen, verwischt Katinka Dermietzel ihre zuvor aufgebrachten, schablonierten  Figuren auf der Leinwand nachträglich und mithilfe des Zufalls der Pigmentverteilung von zumeist nur einer Textilfarbe im Nass entstehen die geisterhaften Schemen.

Katinka DermietzelVielleicht werden Erinnerungen an eigene Erlebnisse oder Begegnungen wach, vielleicht schleichen sich Gefühle oder Gedanken ein, die auf sich selbst verweisen… genau das ist es, was Katinka Dermietzel beabsichtigt: Sie will den Betrachter in Beziehung zu den Schemen setzen, denn das dominierende Thema ihrer Werke ist: Beziehungen! Wenn auch auf manchen Werken nur einzelne Schemen zu sehen sind, so soll doch immer eine Beziehung zum Umfeld entstehen. Die Figuren sollen eigene Vorstellungen wecken, man soll verharren und in einen Gedankenprozess eintreten. Das Bild soll eine Resonanz erzeugen. Die Energie des Bildes soll auch beim Betrachter Energie erzeugen. Nicht schwer das nachzuemfinden.

Katinka Dermietzels Werke bleiben im Gedächtnis und in all der Bilderflut von bunt bis schwarz-weiß haben sie das gewisse Etwas, das sie von den anderen unterscheidet. Ihr Wirken bleibt!

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