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 64625 Bensheim

Tulpe, Tulpe, Tulpe

Schneeglöckchen Narzissen Hyazinthen Veilchen erste Frühlingsboten, die Farbe kehrt ins triste Draußen zurück, die Tage werden wieder länger, die Sonne gewinnt täglich an Kraft im noch jungen Jahr und es wird wärmer. Das Draußen ruft und lädt ein! Draußen ist auch der Staatspark Fürstenlager im Luftkurort Bensheim Auerbach im UNESCO GEOPARK Bergstraße! Was für ein Ambiente für Kunst!!!

und TULPEN, TULPEN, TULPEN

Im Herrenhaus des Fürstenlagers hält vom 10.03.-19.07.2019 der Frühling mit einer Ausstellung von und über Tulpen Einzug. Auf der Laudatio zur 16. Vernissage stellt Anita Köhler die Künstlerin Sue Hénon vor, die sich der Liebe zu Pflanzen verschrieben hat, die sie seit jüngster Kindheit immer wieder zeichnete. Ihr künstlerisches Talent wurde früh erkannt, was die mehrfach mit Preisen ausgezeichnete Künstlerin zum Kunststudium bewog und sie schließlich zur Botanischen Malerei führte, die ihr internationalen Ruhm einbrachte. Die Ausstellung Tulpen zeigt vortrefflich aus welchen Blickwinkeln die Künstlerin Pflanzen auf Papier oder Leinwand in Szene setzen kann.

Manch einer mag Tulpen für belanglose Blumen halten, so einfach und ohne Raffinesse, doch Sue Hénon, die nicht ohne Grund Mitglied der Gesellschaft zur Förderung der Gartenkultur Rhein-Main ist, hat herausgearbeitet, warum diese Zierpflanze eine solche Erfolgsgeschichte vorzuweisen hat. Die Vielfalt in Form und Farbe ist so unglaublich und die Schönheit absolut. Darüber hinaus belohnt ihre Genügsamkeit jeden, der sich ihrer annimmt. Leicht zu pflanzen, leicht zu vermehren, braucht sie Kälte und treibt die schönsten Blüten nach eisigen Wintern. Sie ist ein Augenschmaus, wenn mit den ersten warmen Tagen auch die Farbe wieder in den Gärten Einzug hält.

Ein Meer aus frischem Grün und darin die Farbtupfer, das schmeichelt jedem Auge. Geschnitten kann sie auf jedem Tisch einen besonderen Akzent setzen. Wenig andere Zierpflanzen sind so erfolgreich wie die Tulpen. Sogar als Nahrungsmittel sind Tulpen unbedenklich und ihre Zwiebeln können verzehrt werden, wie im Hungerwinter 1944/45 geschehen, als die von den deutschen besetzten Gebiete der Niederlande gegen Ende des Zweiten Weltkrieges ab Oktober 1944 von der Nahrungsmittelversorgung abgeschnitten waren. Sue Hénons Hommage an die Tulpe ist also durchaus nachvollziehbar.

Mit der Frühlingsausstellung im Fürstenlager möchte Sue Hénon die Aufmerksamkeit für die historische, botanische Kunst wiedererwecken und diese Kunstrichtung weiterentwickeln. In ihrer Heimat Großbritannien hat die Botanische Malerei einen deutlich höheren Stellenwert als hierzulande und ist sogar eine eigene Kunstform. Den Blick für die Schönheit der Welt, in der wir leben zu schärfen ist ihr Ansinnen. Ein bei der Jugend sicherlich schwieriges Thema, wo man heutzutage mit dem Smartphone schnell alles ablichten und wegspeichern kann, für den Fall, dass man es später noch einmal braucht.

Sue Hénon lehnt die Fotografie für ihre Malerei ab, sie will Licht und Schattenspiel draußen erleben und sieht es als Inspiration. Für die detaillierten Zeichnungen und Gemälde verwendet sie Bunt- und Künstlerfarbstifte, nicht zuletzt auch, weil sie auf Reisen schnell zur Hand sind. Darüber hinaus fertigt sie Aquarelle und Ölgemälde an.

Lebhaftigkeit und Bewegung zeichnen Sue Hénons Werke aus. Fast abstrakt wirkende, großformatige Detailabbildungen, sowie kleinformatige botanische Studien beherrscht die Künstlerin gleichermaßen. Mit ihr reisen wir wieder ein Stück in die Vergangenheit und entdecken die Bedeutung der mittelalterlichen botanischen Malerei wieder. Vor allem in Klöstern pflegte man sehr genaue, präzise botanische Zeichnungen, um die Heilpflanzen von gewöhnlichem Unkraut unterscheiden zu können.

Auch aus Orangerien und Palmengärten kennen wir solche Werke und es gibt reiche Sammlungen an Pflanzenüberlieferungen, deren Besonderheiten niemals mit den Mitteln der Fotografie ohne Nachbearbeitung herausgearbeitet werden könnten, denn erst das Auge und der Verstand des Botanischen Malers kann ein Wiedererkennungsmerkmal oder eine Besonderheit der Pflanze herausarbeiten, so dass eine systematische Zuordnung leichter fällt. Sehen, erkennen, verstehen, sind die zentralen Punkte der botanischen Malerei. Botanische Malerei hat ihren Ursprung in der Notwendigkeit der Dokumentation von Pflanzenfunden. Neue Pflanzenfunde aus exotischen Ländern konnten für die langen Transportwege in der Regel nur auf dem Papier in Form von präzisen Zeichnungen konserviert werden. Also trug die Botanische Malerei wesentlich dazu bei, dass Wissenschaftler neue Pflanzenarten benennen und zuordnen konnten. Man denke dabei nur an Namen wir Alexander von Humboldt, Charles Darwin, Maria Sibilla Merian oder Carl von Linné. Sie alle haben Pflanzenfunde dokumentiert und durch ihre präzisen Zeichnungen die Wissenschaft vorangebracht.

In Zeiten digitaler Fotografie mag es die Botanische Malerei schwer haben, denn Pflanzen können fotografisch gut dokumentiert werden, doch die Besonderheiten einer Pflanze, auch im Hinblick auf ihren wissenschaftlichen Nutzen, herauszuarbeiten, das hebt diese Kunstrichtung in einen ganz besonderen Stand. Sue Hénon beherrscht diese Disziplin und beweist mit ihrer Serie Tulpe-Tulpe-Tulpe, dass der Pflanzenmalerei eine Renaissance bevorstehen könnte.

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