64625 Bensheim

30 Jahre Bundeskunsthalle in Bonn

30 Jahre Bundeskunsthalle und Musik liegt in der Bonner Luft zum Museumsmeilenfest

Wie wäre die Welt heute, wären nicht immer wieder auf der ganzen Welt Menschen unterwegs, um Frieden auszuhandeln und Friedensverträge zu unterzeichnen? Um Kulturgüter näher zu bringen und begreiflich zu machen, warum andere Länder andere Sitten haben. Man hört internationales Stimmengewirr und erkennt: Die Museen der Welt sind internationale Kulturbotschafter, Friedensstifter und Wissensvermittler.

Menschen feiern gemeinsam 30 Jahre Bundeskunsthalle, mit Kunst der Gegenwart, die sich aus der Geschichte ergeben hat, und Kunst durch die Geschichte hindurch, die der Menschheit überliefert, wie es zum Heute kam. Die Bundeskunstsammlung ist ein wertvoller Beitrag gegen Geschichtsverdrossenheit und Informationsignoranz. Man kann die Welt neu entdecken und erkennen lernen. Das Fest am Pfingstwochenende ist ein Magnet. Vielleicht auch für Solche, die mit Kunst eigentlich nicht viel im Sinn haben. Es wird gegessen, getrunken, getanzt und gelacht. Gefeiert,.. und Petrus schickt den Veranstaltern einen stillen Gruß von oben. Wie ein himmlisches Danke für 30 Jahre hervorragende Arbeit. - Das Wetter: Ein Frühsommertagstraum!

Der Vorplatz des Museumskomplexes ist voller Kinder, die bei dem warmen Wetter mit dem Wasser des aufgestellten Brunnens tanzen, in dem sich das Licht der Sonne bricht und Schatten in den Vorhang der auseinanderstiebenden Wassertropfen malt.

Auf dem Dach des Museumskomplexes hat Bettina Pousttchi zur 30-Jahr-Feier „The Curve“ „verwirklichen“ lassen, Inspiriert von der Teststrecke auf dem Dach von Fiat, dem Autohersteller.

„The Curve“! Kaum gesehen und erkannt, wird sie erobert. – Okkupiert!

Von den KINDERN zuerst. Sie wollen sie „erfahren“. Sie beginnen darin zu laufen, zu rennen, zu beschleunigen, zu bremsen, setzen sich, stehen wieder auf, stellen sich, hangeln sich daran entlang, wie am Wellenkamm einer Monsterwelle, und „erleben“ die Kurve. „Erfühlen“ sie. - Man lässt sie gewähren.

Wie ein überdimensionales Wahrzeichen für das Bezwingen der Fliehkraft steht sie da,

„The Curve“! Man scannt den Wortschatz und übersetzt curve. Was würde Oxford sagen, was der Brockhaus, der Duden ...

„Kurven“! Und manch einer denkt vielleicht an ...

Kurve! - Nur ein Wort. – Worte! - So oft missverständlich. Was gesehen wird verlangt nach Interpretation.

Erklärt wird die Bedeutung der Kurve von Bettina Pousttchi selbst, Am Computer simuliert, wurde der Konstruktionsentwurf real nachgebaut. Die Kurve wird zum Sinnbild für die technischen Möglichkeiten. Die Computer-aided Design-Vorgaben zur Realisation werden in der Wirklichkeit umgesetzt.

Man denkt sich in die physikalischen Kräfte unter Beschleunigung hinein, denkt vielleicht weiter, an Parabelflüge, und den Moment der Schwerelosigkeit am Wendepunkt und fragt sich: Was geschieht unter welchen Parametern? Vielleicht kommt einem der trockene Unterricht der Schulzeit in den Sinn. – Kurvendiskussion! – Infinit gedacht: Mathematik. - So gesehen ist „The Curve“ gelebte Mathematik. Und einmal mehr wird klar, wie wertvoll Beiträge aus Kunst und Kultur sind, um Wissenschaft näherzubringen. - Kunst ist also eine Art Wissenschaft, die Wissen schafft. Und wieder sind es nur Worte, die gefunden werden wollen.

„The Curve” – “line or surface with no part straight or flat.” (Oxford dictionary) – Kurve: Rundung, Wölbung, Biegung, Bogen. (PONS Globalwörterbuch, 1983)

Und Google sagt: ..

aber das soll besser jeder selbst herausfinden! Die Ergebnisse auf die Suchanfrage sind vielfältig und welcher Priorisierung sie folgen ist auf den ersten Blick nicht eindeutig. Klar ist: Die Kurve ist ein Spektakel auf dem Dach des Kulturvermittlers, in dem im Erdgeschoss gerade die Ausstellungen „Simone de Beauvoir und >Das andere Geschlecht<“ und „Das Gehirn – In Kunst & Wissenschaft“ gezeigt werden.

Vielleicht erinnert die Curve entfernt an die überdimensionale Skulptur eines, ja was eigentlich (?), bunt besprühten Rotorblattes (?) im Durchgang zum gegenüberliegenden Gebäude des Museumskomplexes. Rotorblatt? Surfbrett? Skateboard? Auf jeden Fall GROSS! Und als hätte man sie vergessen, hängt noch die Ausstellungsankündigung von Maria Lassnigs „Wach bleiben“, der Ausstellung, die am 8. Mai endete, neben Glanzstück - „Kinderraum mit Papieren“ von Patricia Thoma (8.5-21.8.)

Welt in der Schwebe (24.2.-19.6.)

Farbe ist Programm (8.4.-7.8.)

Identität nicht nachgewiesen (7.5.-3.10.) – Sammlung zeitgenössicher Kunst der Bundesrepublik Deutschland (Ankäufe von 2017 bis 2021) – Die Bundeskunsthalle lädt ein mitzudenken.

Die Kunst im Außenraum zu entdecken ist ein Erlebnis, unabhängig von den Öffnungszeiten, und vielleicht erhebt man auch das ein oder andere zur Kunst, was so gar nicht gedacht war. Vielleicht setzt der Besuch des Kunstraumes plötzlich Kreativität frei, von der man nicht wusste, dass sie existiert und vielleicht werden Quergedanken entfacht, die der Entwicklung in alle Bereiche hinein dienen können und helfen, auch die nächsten Generationen für das zu sensibilisieren, was es wert ist, dass es nicht übersehen wird.

Die Museumsmeile und die Präsentation künstlerischen Wirkens, das Schärfen der Wahrnehmung durch Kreativität, und die Bedeutung von Kultur über die Landesgrenzen hinaus, wird durch die Arbeit der Bundeskunsthalle großartig demonstriert.

Der Museumsplatz mit seinem natürlichen, baumbepflanzten Sonnenschutz bietet ein Biergartenambiente, das nicht nur Museumsbesucher erfreuen dürfte und der Dachgarten mit den drei Licht-Einfalls-Kegeln, sowie der Riesenrutsche nach unten, lädt unbedingt ein, sich ab und zu mal Auszeiten zu gönnen. Man sollte nicht alles so bierernst nehmen, wie von KESHAVARA gegen Abend eindrucksvoll demonstriert wird.

Den großen Gong aber, vor dem er performt, hat er nicht geschlagen. Oder hat man es verpasst?

Später am Abend wird die Atmosphäre durchbrochen von Licht.

Zuerst ist es ein glühender Abendhimmel, wie ein überirdisches Geschenk für 30 Jahre hervorragende Arbeit, dann erstrahlen so allmählich die CREATIVE CONES des Lichtkünstlers KARI KOLA im blauen Licht.

Zu Strahl-Kegeln gebündeltes Licht, immer deutlicher werdend, je später der Abend, Die Wasserspiele und das Leuchten des Brunnens erinnern an die Szenerie aus Las Vegas, oder an Bilder aus Dubai. Man lässt die Dämmerung auf sich wirken und wartet.

Der Tag verschwindet in die Nacht und das Leben erwacht. Das Leben der Jugend.

Irgendwann kommen ein paar queere junge Leute mit Holo-ähnlichen, irisierenden Fahnen von der Treppe des Dachs auf den Museumsplatz und es wird geraunt und geklatscht.

Künstler der Großen Jubiläumsparty sind unter anderem Chin Chin, The Modernist, Jonathan Kaspar, und das Ballet of Difference.

Kunst und Kultur ist nicht zuletzt Performance und Tanz. - Ballett. - ART ist Show. Und in der Kunst wird das Normale in Frage gestellt. Das Unverständliche als offene Frage präsentiert. Das Unnormale darf plötzlich normal sein und wird zur Gleichung: Falsch = Richtig!

Die Riesenrutsche, spiralig aufgewunden, wie eine Schlange, erinnernd an den Äsculap-Stab, oder ein einzelner DNA-Strang, oder eine sich windende Tänzerin um eine Stange, glänzt reflektierend im Licht.

Man ist wieder auf dem Dachgarten der Bundekunsthalle, genießt die Aussicht, verliebt sich vielleicht in den Anblick und unten wird getanzt, Musik wird aufgelegt, ganz Oldschool, wie vor dreißig Jahren, auf LP-Plattentellern, die ihre Zeit bis heute in den Clubs und Discotheken überdauern, und ein goldenes Planschbecken, (wie schreibt man eigentlich Jacuzzi?), lädt die aufgeheizten Tänzer ein, sich abzukühlen. Einer mit Schwimmflossen, Taucherbrille und Schnorchel stapft queer in die Halle und ein paar Jungs mit weißen Hemden und aufgenähten Stars ziehen rauchend ihre Runden über den Platz. Gegen 11 pm leuchtet das Kunstwerk des nordischen Lichtkünstlers Kari Kola als Lichter-Netz im nächtlichen Himmel und endet im blauen X, das von den Strahlern rund um die drei Kegel, den Wahrzeichen des Kulturkomplexes, in die Nacht geschickt wird.

Hatte das Programm des Jubiläumsfestes am Tag vor allem Familien und Kinder im Blick, sind es jetzt die Jugend und die Hoffnungsträger von morgen, die feiern.

Eine entschleunigte Zukunft, die aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt hat, sieht man als Vision vor sich. – „30 Jahre Gegenwart“ tanzen in die „Neue Zeit“! „Future is now“! Und im Scheinwerferlicht sieht man winzige Drohnen tanzen, wie Sterne, um die Bilder der Nacht „einzufangen“. Bionisch grün, oder blinkend rot und blau, meist still verharrend, nur langsam bewegend. „Fireflies“,

Sich Zeit zu nehmen, ist wohl die wichtigste Botschaft, die man nach Hause trägt. Zeit, das Leben nicht aus den Augen zu verlieren, Arbeit mal ruhen zu lassen, die Bedeutung der blauen Strahlen zu hinterfragen, wachsam zu bleiben und dem Auftrag auf dem Banner vor dem Museum, wie einer Friedensbotschaft zu folgen: FREUDE! – Vielleicht gelingt es ja. - Wie an dem Festtag der Bundeskunsthalle und ihrer „30 Jahre Gegenwart“!

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