64625 Bensheim

ARTMUC 13.05.-15.05.2022

Kunstspektakel auf der Praterinsel in München.

Das große Ganze in einer einzigen Werksschau, und Visionen für eine Zukunft finden ihren Weg in die Köpfe Kunstinteressierter!

Austausch, Gespräche, Begegnungen … Kunst zum Sammeln oder einfach nur Staunen. Das Digitale ist leise präsent neben dem realen Analogen und man kann Querverbindungen entdecken, über die man vielleicht noch nie nachgedacht hat.

Floskelgeflüster laut und lauter ….

„You made my day“ hört der ein oder andere und vielleicht fühlt man sich animiert ein begehrtes Objekt der Wahl zu erwerben.

Künstler und Kunst hoffen auf ihre Liebhaber. Auf Entdecker und die Sicherheit von der Kunst leben zu können.

Man kann in den Gesichtern lesen. Manchmal kann man es spüren. Wer sind die Schönen auf den Leinwänden, die für private Räume angeboten werden? Und was hat ein Print-, bzw. eine „Paintmachine“ mittendrin zu suchen? „Pseudo Flesh“! – Was kann man schon erwerben? Zu welchem Zweck? Und WO?

Die „Paintmachine“, wenn man es so nennen will, ist wie eine Maschine als Künstler. Ihr „Master“ dreht an den Rädchen und die Automation malt entsprechende Muster. Nichts Neues, wenn man an Druckmaschinen ganz allgemein denkt, aber das Ergebnis ist doch künstlerisch ansprechend. Je nach Stellung der Rädchen, wenn nicht vorher programmiert und durch Algorithmen gesteuert ein Unikat. Der Künstler und Designer Robert Balke Zeichenmaschinen Balke – interactive kinetic drawingmachines (robertbalke.de) muss eigentlich nichts mehr tun, als einzig die Automation überwachen. Ink on paper und Balke ist der Meister.

Der Ukraine Krieg findet als Thema den Weg auf die Messe und immer wieder entdeckt man Spuren menschlicher Abgründe und Hoffnungsschimmer, dass vielleicht alles am Ende doch noch gut ausgeht.

Künstler sind die Beobachter, Denker und Berichter! Sie informieren. Still und vielleicht dezent. Wieviel der Fantasie entspringt, erträumt, erfahren oder erlebt ist, wird man wohl nicht erfahren, aber man ist eingeladen aus der eigenen Wohlfühlblase herauszutreten und die Wirklichkeit zu erkennen.

Matthias Kretschmer hat Georg Pummer - surrealism portrait painter als Künstler-Kollegen an der Seite und beide teilen sich einen Raum. Wer die Kunst der beiden noch nicht kennt hat etwas verpasst.

Matthias Kretschmer ist der, der die ganze Welt beleuchtet und die illuminierten Landkarten als Schmuckstück für Bürozimmer oder Konferenzräume erschafft.

Die fokussierenden Arbeiten aus Löffeln, Essbesteck oder Patronenhülsen spielen an auf den Fokus.

Die Querverbindung des „Shot“ eines Fotos kommt in den Sinn und dann fällt der Blick schon auf Georg Pummers Porträts im Glitch-Style. Es sind ernste Gesichter von Models. Auch Kinder hat er gemalt. Das Smartphone als Speicher und Vorlage für die Arbeiten, ist immer dabei. Nicht immer steht die Verbindung. Manchmal ist das Netz nicht gut genug, Pixelstörungen verderben den Anblick. - Glitch!

Bei Matthias Kretschmer ist es immer wieder das Licht, das eingebaut wird und den Eindruck eines Werkes verändert. Die Stimmung verändert. Von düster bis hell und klar scheinend kann man mit Licht jede Emotion herausholen. Auch seine expressiv-regionalen Stadtansichten sind ein besonderer Blickfang. Die Phase in Blau mit goldgelber Illumination und Wasserspiegelung in der Nacht ist übergegangen in goldschimmerndes Monochrom, das eine beruhigend-friedliche Stimmung zaubert.

Georg Pummers Message, ganz anders, ist tiefgründig und ernst. Jeder ist eingeladen sich Gedanken zu machen und sollte es auch tun. Ein Druck, wie ein Plakat auf einer Wand, wie eine Betonwand, die zu zerbrechen, zu verwittern, auseinanderzufallen scheint, einer Wand, deren stählerne Bewehrung ans Licht kommt, offenbart die Bedeutung von Zeit. Alles ist im Fluss. Die Zeit lässt verblassen, verwittern, vergessen. - Vielleicht. – Heilt sie aber auch? - Was auch immer der Betrachter zu sehen glaubt, Georg Pummers Werke bleiben einzigartig und berühren tief.

Karina Laru-Naús Werke sind ebenso einzigartig und besonders und tief bewegend und berührend, wie die von Georg Pummer. Ihre Figuren sind perfekt arrangiert, auf Gesichter verzichtet sie in den neuesten Arbeiten. Die Großformate ziehen die Aufmerksamkeit auf sich und dann entdeckt man das eigentliche Geheimnis. Karina Laru-Naú Die Sprache, die spiegelverkehrten Zeichen und die Poesie, die in die Werke eingearbeitet sind. Die Kunst der gebürtigen Polin zeugt von ihren Wurzeln. Man spürt eine stille Verbundenheit zu einer Welt, in die man nicht hineinsehen kann. Eine Welt hinter dem Spiegel, eine Welt hinter der Realität, die unser Wesen und unsere Existenz bestimmt. Aus Karina Laru-Naús Arbeiten spricht ihre SEELE und man denkt an die „alten Seelen“ und die Verbindungen, die man knüpfen kann, wenn man das Herz öffnet.

Die Verbindung zu der unbekannten Welt, dem unbegreiflichen großen Eins, dem Ganzen und in sich Abgeschlossenen in all seinen Facetten, Bewegungen, dem Fluss und der Sehnsucht nach einem Ort, der vielleicht nicht von dieser Welt ist, hält man bei Alexander Anderson in Händen. Auf den ersten Blick nur ein Stein, auf den zweiten zeigen sich die Strukturen und Lamellen, die Textur und Anordnung von magnetisch ausgerichteten Elementen und man erkennt die Besonderheit der Arbeit. Lange draußen in der Einöde der Wüste Arizonas forschend ALEXANDER ANDERSON ist er immer wieder den Elementen und ihren Eigenschaften auf der Spur und auch wenn sich die Arbeit nicht gleich selbst erklärt ist es die positive Ausstrahlung des Künstlers, die einen mitreißt in dieses fremde Universum der Forschenden, deren Antrieb man vielleicht nicht immer sofort nachempfinden kann. Aber Anderson erklärt und offenbart und man beginnt zu begreifen…

Das Präsentieren und für Nichtforscher begreiflich machen wollen von Arbeit, Entwicklung und des Wesens der Welt, spürt man auch in den Arbeiten von Felix Haspel, der sich, wie man liest, immer wieder Auszeiten in der Einöde nimmt und vor allem Kissen als Skulptur in Szene setzt. Das Weiche eines Kissens wird mit der Härte von Metall kombiniert, das Federleichte, Offene, wird durch Knöpfe, Knotenpunkte unterteilt und der Raum wird definiert. Auf Felix Haspels Seite liest man „Überleben, Tradition, Standhaftigkeit, Zielstrebigkeit, Respekt vor Natur und Leben, Herausforderung…“ Gross skulpturen — FELIX HASPEL und man spürt die Versenkung in seine Arbeit. Wie auch Alexander Anderson ist Felix Haspel offenbar einer, der schon über den Horizont hinaus geblickt hat, vielleicht einer mit einer alten Seele, der erdverbunden arbeitet und aus Erfahrungen und Begegnungen in der Wüste gelernt hat die Welt mit anderen Augen zu sehen. Der Wandteppich durch den man die Arbeit des Tapisseurs vielleicht wiedererkannt hat ist wie ein Sinnbild für diese andere Welt. Ein Wahrzeichen für Trockenheit und Dürre. Eine Unterlage als Bezwinger der Härte von Stein, mit der Fähigkeit der Überlieferung von Geschichten aus der Zeit.

Die Zeit als Element bewegt den allzu vergänglichen Menschen seit Anbeginn. Jugend und Schönheit wird in Fotografien für die Ewigkeit festgehalten und durch die Welt geschickt. Es wird vermittelt, dass nur Schönheit zählt, und man macht sich auf die Suche. Wer gibt vor, was Perfektion ist? Was wird in der digitalen Welt inzwischen rund um den Globus geschickt, welche Selfies und Fotografien werden per Blockchain geteilt und gehandelt, durch die digitalen Wolken gejagt und wie können die Daten abgeglichen werden, über die man schließlich den Einzelnen aufspüren kann? Markus Philipp ist wie eine Erinnerung daran, dass man im 1984 von Orwell angekommen ist und es keinen Schutz vor dem Draußen gibt. Nicht einmal im finstersten Dunkel wäre man unaufspürbar, denn man hat Spuren über die Zeit hinterlassen, die inzwischen auf Chipkarten erfasst sind und jederzeit hackbar für IT-begabte Individuen. Optische Systeme sind längst überall verbaut und jeder sollte sich im Klaren sein, dass es keine Rückzugsorte mehr gibt. Markus Philipp weist darauf hin, dass „anonymous the hidden personality“ vielleicht weniger Bedrohung als mehr Hoffnungsschimmer sein könnte. Markus Philipp | Markus Philipp Artist Die im Untergrund verborgenen Aufdecker und Wachrufer, Hacker und Manipulierer bringen ans Licht, was so manch einer nicht wahrhaben und schon gar nicht im Licht haben will. Seit Jahrzehnten arbeiten Menschen an Systemen, die sie nur im Ansatz begreifen. Viele ahnen, dass die Systemadministratoren die Eingaben der User allzeit verfolgen, doch keiner zieht die Konsequenzen daraus. Die einzig logische Konsequenz müsste sein … aber das darf jeder für sich selbst entscheiden.

Menschen verurteilen leichtfertig, was sie nicht verstehen. Fällen Urteile über Kulturen, die sich dem Schutz von Schützenswertem verschrieben haben, und der Ernst der stillen Kämpfer und Bewahrer wird nicht verstanden. Würde Transparenz helfen?

Es werden Kriege geführt, aus den unterschiedlichsten Gründen. Eine Meinung zu vertreten und Stellung zu beziehen ist oft unbequem, aber was wäre, wenn jeder nur wegsehen würde? Welche Mittel hat man das Ungeheuerliche zu offenbaren?

Die Abstraktion, sei es analog, oder digital, zu begreifen ist eine Herausforderung. Milanda de Mont offenbart abstrakt in ihrem unverwechselbaren Stil eine Wirklichkeit, in die man sich einschauen und einfühlen möchte. Milanda de Monts energetisch aufgeladene, kraftvolle Farbkompositionen reißen einen mit.

Einen ruhigen Gegenpol zu Milanda de Mont präsentiert Michaela Miller. Mit ihren lichtdurchfluteten Papierarbeiten erhebt sie Papier als Werkstoff zum Kunstwerk. Die alltäglichen Dinge wie Taschen, Schuhe, Kleidung werden von innen heraus beleuchtet, und man fühlt die Flüchtigkeit des Wertes von Dingen. Michaela Miller - Papier- und Beleuchtungsobjekte

Auch für Lee Hyunjoung - Artiste Peintre - Papier traditionnel coréen fait main ist Papier noch immer der Werkstoff der Wahl. Die jüngste Arbeit ist voller Schwung und Energie, zeigt die Power, die in der zarten Asiatin steckt, die vor positiver Energie bei der Wiederbegegnung strahlt, und füllt das Herz vielleicht mit Emotionen, weil die Arbeit so besonders und einprägsam ist, und die geschwungenen Pfade des Lebens so offensichtlich sind.

Einprägsam! - Prägung! – Eine Prägearbeit von Guenther Uecker Uecker Nagelbilder - Bing images hat man auf der ART MUC entdeckt und man macht sich wieder einmal Gedanken darüber welche Aussage die Arbeiten transportieren sollen. Prägung! Was prägt den Menschen? Was bestimmt sein Werden? Seine Art? Seine Talente? Seine Fähigkeiten. Kann man die Fähigkeiten übertragen? Verlinken? Verbinden?

– Die Bedeutung von Bändern erkennt man sofort wieder bei Gudrun Dorsch Gudrun Dorsch (gudrun-dorsch.com), die in den neuesten Arbeiten vom Figürlichen abrückt, das Körperliche verschwinden lässt und die Bänder an sich wirken lässt, wie spiralig gewundene Einheiten. Wie genetische Stränge, die verbinden. Die Welt als alles eins könnte so harmonisch sein, wenn alle gemeinsam Lösungen ersuchten, die in die Zukunft tragen. Aber die Wirklichkeit sieht anders aus. Die Kriege der Welt rütteln immer wieder auf und appellieren an das Gewissen und die eigene Einsatzbereitschaft.

Auf der ART MUC lernt man das Kolibri-Kunst-Kabinett www.kolibri-kunst-kabinett.de kennen und erfährt von der Unterstützung von Flüchtlingen, wie Frauen und Kindern aus der Ukraine, durch das Projekt von Refugio, dem Beratungs- und Behandlungszentrum für Flüchtlinge und Folteropfer. Es ist vor allem die Fotografie eines strahlend blauen Himmels, an dem Kondensstreifen zerfasern wie Federn, orientiert an einem unsichtbaren Netz, das den Globus zu umspannen scheint. Vielleicht zum Schutz, vielleicht wie ein Filter vor krebserzeugender Strahlung, … physikalisch nicht sofort selbsterklärend, aber für alle sichtbar zum Hinterfragen und Lernen. Sind es nur Abbildungen von Experimenten, oder wird der Himmel vielleicht zum Schauplatz für angewandte Forschung und Simulation? Welche Parameter, Einflüsse und Impulse bewirken welche Himmelserscheinung, die man so noch nicht kennt? Noch nicht gesehen hat. Man hat Fragen. Aber wer kennt die Antworten? Siri vielleicht? Oder Alexa? Oder machen die nur aufmerksam darauf, wer zu neugierig ist?

Die digitalen Fragestellungen, die Probleme des digitalen Arbeitens … die ART MUC präsentiert Einsichten in eine Gegenwart, in der es schon weit NACH fünf vor zwölf ist. Wie lange die neu erdachten Ideen ohne Schaden in der Natur angewendet werden können zeigt sich bereits heute. Bemerkenswert ist die Geschwindigkeit der Transformation. Und wer wird genetisch gut genug vorbereitet sein, zu überleben? Wohin geht die Reise? Welche Veränderungen werden wir noch erleben, oder wird einfach nur zu schwarzgemalt. Der Frühling sieht einladend und freundlich aus, das Grün überall dort, wo es noch satt ist, täuscht über die Wahrheit hinweg, die sich streckenweise zeigt. Wer würde einen Zehn-Punkte-Plan aufstellen können, der für alle als Leitfaden verbindlich werden könnte? Sollte?

Die Welt voller Schwingung, voller Wellen, voller Impulse und durchdrungen von Signalen, denen wir ausgeliefert sind, reagieren Menschen. Wie wird all das ausgehen? Die Fragen bleiben offen und man darf schon heute auf die nächsten Kunst-Events gespannt sein. Die Künstler machen sich Gedanken und präsentieren Antworten. Die Besten zusammengesucht findet man vielleicht tatsächlich eine Brücke ins Morgen, die tragfähig ist. Eine Vorstellung von einem System, für das es sich zu kämpfen lohnt.

Arno Landwehr und das alte Dachfenster, durch welches das Spielgeld beleuchtet von innen nach außen schimmert, Fenster zur Welt, Arno Landwehr Startseite - Arno Landwehr, nimmt man als besonderen Eindruck mit nach Hause. Es ist schon das dritte Mal, dass man davorsteht und man malt sich vielleicht aus, wo es am besten hängen könnte, als Wahrzeichen für die Alte Zeit.

Der Einzelne ist Teil irgendeines Systems, die einzelnen Rädchen spielen keine Rolle. Rädchen, die nicht mehr einwandfrei funktionieren werden ausgetauscht. Die Message von Arno Landwehr empfindet man vielleicht als traurig, aber die Werke des Künstlers gefallen. Die Offshore-Windräder in Schwarz-Weiß hinter Glas stehen für das nachhaltig Neue. Das vermeintlich Gute. Eine Öko-Welt, der die Organismen in der Natur egal sind. Man denkt an eine Windpark-Szenerie in Mitteldeutschland, an die Landschaft im Simmertal und der sterbende Wald gibt mehr als zu denken. Wer kennt die genauen Zusammenhänge? Und wer würde die Wahrheit laut und deutlich äußern? Was, wenn das Unfassbare so ungeheuerlich ist, dass es dafür keine Worte gibt? Geben kann? Darf? Vielleicht vermag nicht einmal die Kunst etwas zu bewirken, also muss man still schweigend verharren, kann tief berührt sein und staunen. Aber manchmal, nur manchmal darf Kunst auch einfach nur gefallen.

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