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Die geheime Macht der Düfte - Mit der Kunst abtauchen ins Reich der Sinne.

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Wie riecht ein Unternehmen? – Die geheime Macht der Düfte - Mit der Kunst abtauchen ins Reich der Sinne.

Einen Raum betreten, und sofort erkennen, welches Netz man gerade betreten hat… - Unfug? - Im Kunstpalast Düsseldorf erwacht man aus einem langen Dornröschenschlaf und erkennt, was man wohl vielleicht längst wusste, ohne sich des Wissens bewusst zu sein. - Die Erkenntnis bringt vielleicht zum Schmunzeln- Lächeln. - Lachen. – Niesen… – Welche links, zu welchen Wurzeln, bestimmen die individuelle Wahrnehmung?

In die Welt der Gerüche abtauchend lernt man Geruchsbranding kennen. - Zurück ins dunkle Mittelalter versetzt darf man sogar den Geruch des Krieges kennenlernen. Schießpulver und verbranntes Fleisch. – Wie an Silvester! Grillen auf dem Balkon oder im Garten bis zum Countdown zum großen Feuerwerk. – Das farbenfrohe Lichtspektakel im Dunkel der Silvesternacht eines jeden julischen Neujahrsbeginns. – Ziffernwechsel. - Lautstarkes Geböller, die neuen Zahlen begrüßend. Mit viel Rauch dazu, der je nach Witterung verfliegt, oder sich direkt absetzt. – Den Dreck kehren Kehrmaschinen und Besen irgendwann nach Sonnenaufgang zusammen.

Natürlich dürfen in diesem Zusammenhang Jörg Immendorf und Jean Tinguely nicht fehlen. – Der Eine mit der unheilbaren Krankheit, der Andere mit den Maschinen. – Kinetik, Schießpulver und Spare Ribs?… JA, sowas kann Kunst! - Auf solche Ideen kommen Kunstschaffende in einer der Kunstmetropolen der Welt, die ihrem Namen im Kunstpalast am Ehrenhof alle Ehre macht.

Die Sammlung NRW hat Namen wie Liebermann und Ernst, Dix und Grosz und viele Andere zu bieten, die über hundert Jahre zurück in eine Zeit versetzen, als alles noch Neuland war. Vor den großen Kriegen, als man noch voller Euphorie mit einem unfassbaren Größenwahn immer höher, schneller, weiter… seine Gebietsansprüche erweiterte und zeigte was geht und was nicht. - Sich einfach nahm, was man haben wollte.

Selig all die, die das Draußen verschlafen konnten. Und erst wieder erwachten, wenn alles vorbei war.

Was geht, und was nicht, und was schlussendlich in der Katastrophe endet, weiß man inzwischen.

Türgriffe in Kinderhöhe lassen kinderhörige Eltern bücken und man darf schmale, fensterlose Räume wie Schläuche betreten, die durch einen durchgängigen

Wandspiegel an Größe gewinnen. - Wo Menschen enger zusammenrücken müssen werden sie kreativ. - Räume werden dynamisch angepasst. - Auch als fensterlose Innenräume. - Eigene Welten in Welten, die von den Bauherren und Architekten vielleicht ursprünglich anders gedacht waren. Die mittels Lichtpulsen und Tontriggern im und durch den Tunnel aber neue Welten erschließen können. - Welten, die das Draußen überflüssig machen. - Stimulierend vielleicht. -. Vielleicht je nach Charakter anregend, oder beruhigend. - Die Frequenz macht den Unterschied.

Die Probleme der Gegenwart unterscheiden sich vielleicht nicht all zu sehr von denen der Vergangenheit, nur gab es damals noch nicht die gegenwärtige Fassung der Automation. – Die auslaufenden Patente der Erfindungen von vor über hundert Jahren erlauben heute Vielen anzubieten, was nur in achtsame, wachsame, wenige Hände gehört. – Forschung hat inzwischen die Kinderstuben in aller Welt erreicht.

Im Kunstpalast zeigt man einige Ideen und Möglichkeiten aus der Technikgeschichte. Neben Altbewährtem, überlassen von den Alten Meistern. – Wer genau hinschaute konnte schon im Mittelalter sehen. – Galileos Schlusssatz „Und sie bewegt sich doch“ bleibt auf ewig unvergessen. – Des Rätsels Lösung findet man vielleicht in der Ausstellung „Das fünfte Element“, mit der Sammlung Kemp.

Mit den Schenkungen oder Ankäufen aus Gewerbemuseen und Privatsammlungen hält man im Kunstpalast Erinnerung wach. Weckt das Denken an Geschichte und Politik. Und natürlich auch an Krieg. - Lautlos festgehalten auf den unterschiedlichsten Untergründen, in, aus und auf verschiedenen Materialien, still und wortlos, um zu erzählen und zu überliefern.

NIE WIEDER!

Man liest es nicht, aber man erkennt es. – Es flüstert lautlos!

Von oben nach unten im Kunstpalast ist es ein bisschen, wie auf der Titanic. Oben Das Fünfte Element. Mit Werken aus der Sammlung Kemp. – Unten die Garderobe. - Staff!- Oben die Spitze des Eisbergs. - Unten die Basis. - Quasi.- Oben flüstert es: „Ich sehe Dich!“

Unten antwortet es vielleicht: „Na und?“

Oben: Die hohe Luft. - Das Universum. - Das wachsame Auge, die Macht, Allmacht…!

Unten: Das Leben!

Im Erdgeschoss, Höhe=wieviel Meter über Null? –Das Portal. – Tür – Tor – Ein- Ausgang, je nachdem.

Irgendwo zwischen oben und unten: Der Schumann Saal. Und im EG: Die Community (Ausstellung). - Teil vom Rest. Dem „Alles andere dazwischen“. – Soweit die Vertikale der Existenz! - Der Kunstpalast hat es vortrefflich in Szene gesetzt.

Manch einer meint vielleicht, das „Höher, Schneller, Weiter“ hätte nie geendet, aber Düsseldorf, ähnlich wie Berlin, oder andere historisch bedeutende Städte beweisen: Denken ist flexibel. - Man denkt um. - Baut um. - Restauriert, was wert ist es zu schützen und erhält die Zeugen einstiger „Überdimensionen“, die so einiges an Verkehrslasten aushalten können. – Damals schon konnten! - Man nutzt wertvolle, alte Substanz. - Und isoliert Unliebsames, Störendes. - Schiebt auf Halde, was nicht klar definiert erneuerbar ist, bis man es eines Tages anderer Nutzung zuführen kann. – Vielleicht. – Zeitpunkt unklar.

So trägt man das denkwerte, erinnerungswürdige Erbe in die Zukunft. - Man präsentiert den Weg von damals zu heute , zieht die geschichtlichen Strippen bis weit, weit zurück in die Vergangenheit und offenbart das „Große Ganze“ in unterschiedlichen Ausstellungen in den großartigen Häusern dieser Stadt und wahrscheinlich in Kooperation darüber hinaus auch in vielen anderen, Kunstmuseen und großen Häusern. - International,… Global….

Namen wie Christo oder Lovis Corinth und Andere, die man vor allem aus den Kunstmetropolen Paris, oder New York kennt, stechen dabei immer wieder ins Auge.

Und das Blau eines Yves Klein kommt immer wieder gern mit einem kleinen Käfer daher. – VW-Käfer wohlgemerkt. – Gern restauriert in den schillerndsten Farben aufgespaltenen Lichts. Je nach Wellenlänge, einer Farbe des Regenbogens entsprechend.

Der Regenbogen, das Spektrum des sichtbaren Lichts, mit herausfilterbaren Brechungsindizes, darf nie fehlen in der Kunst. - Ist also auch im Spiel. ALLERDINGS: HIER OHNE GRÜN! – Was fehlt, wenn Duft riechbar ist, also in Gasphase, aber ohne grün, der Farbe des angeregten Sauerstoffs in 100-150km Höhe! – Mit einem Brechungsindex von 557,7 nm, grün, wie die Nordlichter.

Je nach umgebender Chemie, vielleicht durch Geruchsmanipulative Chemikalien, taucht man in Neonpinke-blaue Welten mit Sitzkissen, Spiegeln und drei mal zwei Geruchs-Erfahrungs-Sets, also Nasenaufsatzvorrichtungen wie Inhalatoren. (Der ausströmende Teilchenstrahl in Gasphase, also Duftstoß, ist stark genug, dass man unhygienischen Kontakt vermeiden kann.) Je nach Molekül bzw. molekularer Zusammensetzung riecht man die unterschiedlichen Gerüchen.

Weg vom nüchtern-sachlichen Schwarz-Weiß ist Farbe, ohne interpretierbare Zuordnung, ein weiteres Highlight der ineinandergreifenden Ausstellungen/ Präsentationen im Kunstpalast.

Vielleicht Trendsetter oder einfach nur Special mit Eventcharakter.

Die Farben eines Hinterzimmers wird man auf dem nächsten Eurovision Songcontest vielleicht wiedererkennen. - Oder sonst irgendwo, wo Medien inszeniert und Events geplant werden, oder einfach nur ein wenig Unterhaltung und Freiheit in der Freizeit gesucht wird.

FREIZEIT!

Work-Life-Balance?

Anderer Ansatz zum auffälligen Fehlen von Grün. Im „Nicht-Drinnen“, also „DRAUßEN“ gefragt: „Wie riecht grün?“,... könnte die Antwort heißen: „Wie Frühling.“ Oder: „Wald“. Oder, je nach Erffahrungsschatz: „Nach Seegras“, „Algen“. „Meer“. - Meer? - Grün also gleich Blau, also Meeresblau? – Die Medienwelt hat den Wandel schon einmal von Blau nach Grün vollzogen. Warum also nicht. - Alles nur eine Frage der Wahrnehmung, eine Frage der Interpretation, eine Frage der Perspektive. – Vielleicht.

Am Ende der Ausstellung könnte man dem positiven Gedankenansatz den Vorzug geben und die Idee mit nach Hause nehmen: Einfach mal wieder mehr Kind sein und draußen wieder Natur und Pflanzen „erriechen“. „Grün riechen“ Sich mit den gegebenen Sinnen auf die Suche machen nach dem was fehlt in der Welt der Blue-Screens und Neon-pinken Erlebniswelten im Drinnen. - Inzwischen ein schon wieder alter, neuer Impuls, der damals, wie heute als Wirtschaftsfaktor eine Rolle spielt. – Spielen könnte. – Vielleicht. – Oder doch das Draußen ins Drinnen nebeln und weiterarbeiten? - Wald- und Wiesenduft in die Klimawelten der Scyscrapers, und Innenräume holen, und die Arbeitsathmosphäre wohlriechend, positiv bedampfen. – Dann bekommt Arbeitsklima einen ganz anderen Beigeschmack. Klimawandel eine neue Dimension.

Bei der Betrachtung von Geruch landet man zwangsläufig auch bei Gewürzen und Nahrung. - Essen. – Wie riecht das Abendland? Wie das Morgenland? – Wie riecht der Norden? Der Osten? Der Süden? Der Westen? -Wie Nähe? Wie Fremde? - Die Küche, hier nicht als Thema ausgestellt, kommt in den Sinn. Die Ausstellung reicht über die Fastenzeit hinaus. Die Zeit, in der manch einer vielleicht die Welle nutzt, und sich besinnt auf das Wesentliche.

Zufällig fasten Muslime und Christen während des verlängerten Ausstellungszeitraumes gerade zeitgleich. Sie werden also beide die Geruchserlebnisse aus dem Angebot der Ausstellung doppelt intensiv wahrnehmen. Und mit der Religion kommt auch wieder das politisch diskutierte Thema Migration ins Spiel.

Spiegelverkehrt aufgedruckt liest man das Wort „Migrationsofficer“ auf einem zerstückelten Stamm. Der Stamm eines alten, großen Baumes, malträtiert mit Kettensäge, voller Spuren von Gewalt. – Erfahrbarkeit von Wahrnehmung. … - Worauf kommt es an im Leben? Ein fliegender Fisch erinnert an den berühmten Satz des Wals am Ende von Douglas Adams „Per Anhalter durch die Galaxis“: „Machs gut, und danke für den Fisch“. Das Leben, das Universum und der ganze Rest schicken einen Gruß, und wer sich erinnert weiß, dass ARTHUR DENT im Morgenmantel reiste, nachdem die Bagger anfingen sein Haus einzureißen, größeren Erfordernissen weichend, immer beginnend mit der Erschließung einer neuen Straße, hinführend zum neu geplanten Einkaufszentrum. – Natürlich der Allgemeinheit dienend, mit guten Gewinnaussichten für die Planer. – Hoffentlich.

„Das Leben, das Universum und der ganze Rest…“ Ausschnitte davon zeigt der Kunstpalast mit der Kunstakademie Düsseldorf im Rücken.

Ausschnitte, wie eine Installation von Nam June Paik mit unzähligen Deckenmonitoren, als Sinnbild für Reizüberflutung.

Wieviel Input verträgt ein menschliches Gehirn? Ist das Gehirn, als Festplatte betrachtet, und die Human Ressource als Arbeitsspeicher, mit den Möglichkeiten der Verarbeitung bisweilen überfordert?

Neue Ideen kommen ins Spiel und Wege in eine andere Zeit werden vorbereitet. Nicht zuletzt auch durch die Gedanken zur „geheimen Macht“ der Welt der Gerüche.

1001 Nacht hat man damit zugebracht, bis Duftstöße aus Flacons, Gerüche von Deos, Shampoos, Weichspülern und Waschmitteln allen Gestank des Seins überdeckten!

Vielleicht erinnert man sich an den Geruch von Leder. Oder den Geruch von Presspappe. Den Geruch von Zweitaktern und Braunkohle… Weiß man sofort, wo man ist, wenn man die Tür öffnet und den Wind durch die Räume ziehen lässt? Wenn man wiederholt an denselben Orten auf Reisen geht, aussteigt und das Licht eines neuen Tages erblickt?

Vielleicht erinnern sich die 68er noch an ihre ersten Fahrzeuge und deren Geruch. - Die Kleinen, die das Tor zur Welt öffneten, wie VW Käfer dessen Augen, ähnlich denen eines Porsche 911, unverwechselbar in die Geschichte der Automobilindustrie eingegangen sind und denen man mit als HERBIE sogar mehrere Filmauftritte beschert hat,… Auch die Großen in gehobener Preisklasse, deren Innenraum aus echtem Leder in der Erinnerung noch immer zu riechen ist, bleiben unvergessen.

Geruchsdesign für Fahrzeuge, Neufahrzeuge, Marken und Brands, respektive Megabrands,… um bei der Kaufentscheidung zu helfen… im Kunstpalast bekommt man eine Idee davon, was möglich ist und was es bedeutet.

Geruch, schöner gesagt Duft als Kunstform also? Mal überdeckend, mal bezaubernd, als Duft, als Aphrodisiakum, als Designelement? - Aus der Ausstellung wird man nicht nur sinnlich betört nach Hause entlassen, man wird auch am Ende verstanden haben: Geruch ist Macht.

Der Himmel kennt keine Grenzen und die Feinstäube, Essenzen und Pollen, mitsamt ihren wieder erkennbaren Gerüchen, verteilen sich global.

Vielleicht aus den Erfahrungen der letzten zweihundert Jahre, seit Erfindung der Dampfmaschine, mehr oder weniger gut steuerbar. - Das sollte zu denken geben.

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