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MÜLL“ im Dortmunder U

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Bis 26.07.2026: „MÜLL“ im Dortmunder U… und eine Menge denkwürdiger Denkansätze zum Weiterdenken in ein Denkmal-geschütztes Morgen

1972 ist lange her… und manchmal in Daten präsenter als man sich vorstellen kann.

1972…

Was verbinden die Alten mit diesem Jahr? Und was die Jungen? Also nicht Geschlechts-Jungen, sondern die Alters-Jungen?

1972… nur vier Zahlen einer vergangenen Epoche, die nachhallt?

Und was haben die Olchis damit zu tun? In der Ausstellung Müll im Dortmunder U, im Museum Ostwall?

2026!

Was hätte sein können ist gezeigt in einem futuristischen Endzeitszenario im Dortmunder U. – Sechster Stock! (Im vierten und fünften wird umgebaut.Da wird es dann bald heißen:

„Let´s talk!“

[Wie Wolf (oder Hund?) und Schaf schon auf einem Plakat ankündigen. ]

Die Arbeit „Biokinetische Olympiasituation 1972“ von HA Schult, sowie die „Situation Schackstraße“ von eben demselben HA Schult (1969) ist „ein frühes Beispiel zum Umgang mit dem Thema Müll.“ - So liest man in einer Beschreibung zu HA Schults Werk. „Tonnenweise ausgekippter Müll in einer Münchner Straße stört das vermeintlich saubere Stadtbild….“ heißt es weiter,… aber der schöne Schein hinterlässt „Überbleibsel aus dem Wohlstand. - Verdrängte Nebenprodukte moderner Lebensweisen.“ – Globale Ungleichheiten bleiben dabei fast immer außen vor. – Soweit wird nie gedacht.

Anna Zetts Videoarbeit Freiheit 3 (2019) hat die toxische Geschichte der Bitterfelder Deponie zum Thema. Die Versprechen von Freiheit nach 1989 hallen nach. Was ist geblieben von den Versprechen? Wer hat sein Glück in der Freiheit gefunden, wer ist auf der Strecke geblieben?

Was ist geworden aus den Versprechen der nachwendezeitlichen Blühenden Landschaften? Namen wie Arman, César Baldacchini, Karimah Ashadu und Nancy Holt liest man, und Allan Kaprow, Tejal Shah, sowie Klaus Staeck.

Rolltreppen ziehen sich durchs U, und was einst das Thyssen-Logo beim Betreten der rollenden Treppen trug heißt jetzt „Schindler“ als Megabrand.

Das alte Logo-Design mit der typischen Parabel einer Kurvendiskussion ist aber nach wie vor erkennbar.

Der Schriftzug Thyssengas prangt auf dem Dach des nebenstehenden Gebäudes. Hinter dem Gebäude und Parkhaus findet man Meisterwerke von Gasflaschen-Sprayings in einer urbanen Kulisse, etwas Abseits der offensichtlichen Welt, jener für das Mainstream glamourös, prunkvoll und sauber gehaltenen Welt.

Zurück zu 1972 im U! – Im Alphabet wie „Ulrich“, oder international „Uniform“, oder als Zeichen für Underground, also U-Bahn… Die Szenerie, wie nach einem Bombenanschlag,… Die hochgezogenen Sonnensegeldächer unverkennbar: Olympiapark München. – Zufall?

MÜLL,… was hat die Szenerie mit Müll zu tun? – Eine simulierte, endzeitinszenierte, ins Archiv verschobene Welt? – Visualisierung einer etwas anderen Ebene des Denkens? - Denkansätze einer erweiterten Realität? - Analog veranschaulicht? – Im Museum Ostwall präsentierte Dokumentation verhinderter Vergangenheit?

Im selben Raum fällt Christo als Name, Mann von Jeanne Claude,… Ölfässer spielen eine Rolle,… ein leiser Verweis auf Transport und Lieferwege? – Konstruierte Zusammenhänge? – Die Kritik an den Müllströmen braucht manchmal einen zweiten, genaueren Blick.

Die globalen Wege des Abfalls und die Verlagerung des Mülls von Nord nach Süd, mit toxischen Folgen bedeutenden Ausmaßes, sind ein zweischneidiges Schwert. - Die Wirtschaftsraum-beeinflussenden Faktoren und das Mining in vermeintlich verbrauchten Ressourcen, sowie Wiederaufbereitung der Altlasten, schafft Perspektiven. – „BRICS“ ist „Spielraum“. - Oft zulasten der Arbeitenden, deren Schutz nicht an oberster Stelle steht.

Es ist wenig verwunderlich, dass China 2017 die Einfuhr fremden Mülls restriktiv verbot.

Jede Nation hat genug damit zu tun vor der eigenen Haustür zu kehren. Es muss nicht auch noch der internationale Ballast verarbeitet werden. Die Zusammenarbeit allerdings bleibt im Fokus, denn es geht nur miteinander. Nicht gegeneinander. Die Strömungen in den Meeren, und der Atmosphäre, lassen sich nur schwer voneinander abgrenzen. – Noch. – Aber alle zusammen arbeiten daran. Und es darf auch weiter die Hoffnung bestehen bleiben, dass die Lösung nicht weit ist. Nicht zuletzt durch die Möglichkeiten, die sich inzwischen durch KI ergeben haben.

Ein übernetzter vermüllter Gang zwischen Blechwänden, wie ein Kriechgang zum Training, oder unterirdischer Versorgungsgang? - Ähnlich übergitterten Schächten unterer Ebenen…

Schichten…

… und dann ist man gedanklich irgendwo anders in der Welt,…

Gedanken werden geleitet und geführt, das Erkennen von Zusammenhängen wird ermöglicht. – Das Konstruieren von Zusammenhängen.

Denken erlaubt, Denken erwünscht! Die Gedanken sind frei und sollen es auch bleiben. - Jeder darf denken, was er will und Schlüsse ziehen, wie er kann. - Oder mag.

Dort wo Wasser unter Müllteppichen verschwindet, oder Müll als Mikroplastik oder Feinstaub bzw. Nonopartikel in Gas-Strömen, bzw. Strömungen geclustert und verbreitet wird, dort ist er idealer Anhaftgrund für neue Systeme. - Und die Veränderung eines Parameters um ein Mü, kann alles aus dem Gleichgewicht bringen. - Mittels Steuerung der Strömungen wird der Weg frei für neue Arten.

Dunkel ist die Ausstellung. Dunkel und düster, wie das Thema. – DARK MATTER! - Vielleicht. – Dunkel wie in der Tiefe. - Universum. - Untergrund. - Tiefsee. – Die Ökosysteme ächzen unter den menschlichen Hinterlassenschaften und die Evolution kämpft mit der Zeit, die ihr gegeben ist, sich anzupassen. Neue Arten treiben Blüten, wachsen, werden neue Nährstoffe, bilden neuen Raum.

Arten, die vielleicht kein Licht mehr brauchen zum Wachsen. Die ihre Energie aus Wärme und elektromagnetischen Feldern beziehen. Die sich ausrichten und neu orientieren, wie die Golfschläger am Fließband, in der Ausstellung. – Eine Arbeit von Ana Alenso (2026) mit dem Titel „Obsolete Swing“ Ausrichtung in Feldern,… mal gerichtet, mal ungerichtet. Und aus Chaos erwächst so manches Mal Kurioses. – Aberrantes! – Aberrante Formen, die vielleicht neue Möglichkeiten schaffen. Mal mehr, mal weniger überlebensfähig.

Die Ausstellung Müll hat Plastikmüll, Müll in den Meeren, Kreislaufwirtschaft und Repairkultur zum Thema, hat zwei Kinderstühlchen vor eine Beamerleinwand gestellt, mit dem Rücken zur Präsentation,… zeigt Schreibmaschinen im Kinderzimmer,… im Regal eine sehr große Dose für Bayerisch Blockmalz,… viel Elektroschrott, und alles, was funken kann, und senden,… vor allem in der Arbeit „Postnaturalia“ (2016) von Kristof Kintera und der Installation „TC-2000“ von Akwan Bediako Afrane, bei der man mit VR-Brille eintauchen kann in die virtuelle Welt und sich als Zugbegleiter durch die Schrottebenen tragen lässt, mit veränderbaren Blickwinkeln. - Der Münchner Fernsehturm in der Endzeitkulisse zeigt die Bedeutung der Zusammenhänge, unweit davon das Megabrand der Bayerischen Motorenwerke in den typischen Farben… Technik, die begeistert hat und auf ein neues Level gehoben wurde. (Oder gesenkt, je nachdem). Und Kader Attias Zentrale Installation „Los des arriba y los de abajo“ (2015) zeigt die Situation von Hebron, wo sich die palästinensische Bevölkerung mit Netzen gegen den Müll aus den höher gelegenen israelischen Siedlungen schützt. – Die Symbolkraft der Trennung von“ oben“ und „unten“ spielt auf die Bedeutung von Hierarchien an. - Wo kann sich wer was leisten? – Wer hat Macht, Einfluß und Mittel, und wer muss damit klarkommen, was durchs Raster fällt?

Nicht nur makroskopisch, oder mikroskopisch materiell, sondern auch geisterhaft unsichtbar als Datenstrom durch die Schichten der Atmosphäre, bis hoch hinaus in Stratosphäre,… Ionosphäre.

Strömungen voller nachhallend nachhaltiger Wirkung.

BIG DATA, und Zusammenhänge, die erst einmal gefunden werden wollen, machen nachdenklich im Dortmunder U, oben,… ein Stockwerk unter der siebten Etage. Ganz oben dann, in der Sieben, bzw. der Achten, die Dachterrasse mit spektakulärem Ausblick über die Kulisse des Ruhrpotts, einer weit über hundert Jahre gewachsenen Industrielandschaft, die von Bergbau., Stahlindustrie und anderen Schlüsseltechnologien getragen wurde und wird,… mit allen Höhen und Tiefen, Schwächen und Stärken, Herausforderungen und Umbrüchen, und ebendort, auf dieser Dachterrasse mit einem Ausblick auf die sonnenbestrahlten Kohlekraftwerks-Kühltürme unter dunkel-düster wolkenverhangenem Himmel über NRW, deren Tage gezählt zu sein scheinen, glaubt man der Berichterstattung über die aktuellen, klima-notstands-geschuldeten, politischen Beschlüsse.

Das Klima im Fokus, Nachhaltigkeit, die physikalischen Möglichkeiten eines Change-Managements in die Zukunft im Blick, und die Rolle des Menschen darin, der mit den Machtstrukturen von Systemen und Wirtschaft umgehen, und die eigene Position darin finden muss, ist die Ausstellung Müll im Dortmunder U ein gelungener Denkansatz für alle Generationen. Ein vom Kinderbuchillustrator Erhardt Dietls kleinen, grünen Müllmonstern, den Olchis, begleiteter Denkanstoß, der auch die Jüngsten mit ins Boot holt beim Aufbau des Verständnisses für die Problematik des Themas Müll. - Also „WASTE!“ - Ein Thema, das sowohl wirtschaftlich, politisch, und sozialökonomisch, als auch Darknet-Themen bespielend, und mit der Dokumentation künstlerischer Aktionen zum Thema Sexualität, so von Thejal Shah „Between the waves“ (2012), mit denkwerter Darstellung des Kampfes der sogenannten „Einhörner“, und das Tanzen zwischen den Wellen der Müllhalden der Welt stark präsentiert wird.

Nicht unerwähnt bleiben soll die Dokumentation über die Wirtschaftsbeziehungen nach Afrika. Brown Goods von Karimah Ashadu beleuchtet die Situation internationaler Abhängigkeiten. Brown Goods (2020) - Karimah Ashadu Ein Nigerianer veranschaulicht in der Videoinstallation die Zusammenhänge über Import/Export, und die Abhängigkeiten der kolonialisierten Welt von den produzierenden Staaten. Das Umdenken ist ein schon lange auf den Weg gebrachter Prozess, wie wertvoll diese Beziehungen sind. - Voneinander zu lernen und die unterschiedlichen Denkansätze zu begreifen, die auch den klimatischen Grundvoraussetzungen geschuldet sind, ist ein Ansatz, der weiter verfolgt werden muss. – Voller gegenseitigem Respekt und Achtung. – Nichts anderes kann wirtschaftlich, politisch und gesellschaftlich in ein friedliches Morgen tragen. - Auf dass die Nachwelt eines Tages in den Spuren der Gegenwart mehr als nur Krieg und Zerstörung lesen kann.

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