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Ein Bravo an die Kunst - Aschaffenburg und seine mainart…

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Ein Bravo an die Kunst. - Was wäre Mensch nur ohne kreative Ader? - Aschaffenburg und seine mainart…

Krönchen aufgesetzt, schon ist man König! – Oder nicht? - Wer sind sie, die Helden, die forever young in aller Munde bleiben? – Der mit dem Krönchen: Basquiat? Und warum sterben so viele Helden jung? – 1960-1988, viel Zeit hat er nicht bekommen, Jean Michel Basquiat, gestorben mit nur 28 Jahren, an einer Überdosis. – Jürgen Stenger rückt sie ins Licht, die alten Helden, und hält die Erinnerung wach.

Woody Allen, von Martin Bähring bei CRELALA Kunst, ist Inbegriff des psychosozialen Filmemachens,… und was seinerzeit noch innovativ, spannend und neu war, ist heute längst ein alter Hut. – Schönfärberei und märchenhafte Romantisierungen der Bewegtbild bewegenden Disneywelt ist längst reality-Trash, action, Horror und Endzeitphantasien zum Opfer gefallen, da trifft sich die kunstbegeisterte Welt und das Publikum darf wieder wählen.

Der Ein oder Andere findet seine eigenen Helden, wie vielleicht Scarlett Ingrid Johansson als Dot-Painting by Martin Bähring, bei CRELALA Kunst. Martin Bähring trägt die amerikanisch-dänische Schauspielerin, bekannt für ihre Rollen in Filmen, wie „ Der Pferdeflüsterer“ oder „Lost in translation“, mit Bill Murray, somit als malerisch pointiertes Unikat in die Zukunft. - Auf der mainart Aschaffenburg.

Ingrid Maria Stockmann, Joachim Lehrer und Tehrani Maneis sind die Gewinner des Publikumspreises der mainart 2026 in Aschaffenburg, und auf den Logenplätzen darf man bewundernd über die Bandbreite der Kunst in der Grünewald-Halle schauen, um zu beobachten, wie besondere Werke so mancher Künstler, anders formuliert, so manche Werke besonderer Künstler, ihre Besitzer wechseln.

In einer Sonderschau wird viel berichtet über die Arbeit der Künstlerin und Bildhauerin Ursula Ullrich-Jacobi, die 1926 das Licht der Welt erblickte, als Tochter mit jüdischen Wurzeln, die ihren Erfahrungsschatz über den Umgang von Menschen mit Menschen, vor allem in Kriegs- und Krisenzeiten durch die Zeit, bis ins Heute getragen hat. - Um Erinnerung wach zu halten und zu bewahren.

Auf der mainart wird die Bildhauerin Ursula Ullrich-Jacobi als eine Dame geehrt, die fast ein ganzes Jahrhundert durchschritt und Aufstieg / Untergang / Fall und nachkriegszeitlichen Wiederaufbau erlebt hat, sowie den Kalten Krieg erfahren. Den Werdegang von Radio-, Film- und Fernsehgeschichte erlebend, wuchs sie mit ihren künstlerischen Statements. - Bildhauerisch, malerisch und in denkwertem Design. Ihre Türgriffe seien hier besonders hervorzuheben.

Türgriffe zu entwerfen ist etwas, worüber sich kaum Einer Gedanken machen wird. Aber fast Jeder nimmt Griffe in die Hand. - Was heißt das? – Kann das bedeuten? – Welche Bakterien und Viren nimmt man mit einem einzigen Griff auf, und mit? - Wo fasst man an, was hält man fest, wann führt man die Hand zum Gesicht, atmet ein, was nicht mit dem eigenen Körper kompatibel ist? Was trägt man weiter? Über biologische Grenzen hinweg?

Bronze-Türgriffe an großen Portalen – ein Zeichen von Wohlstand. - Ein Zeichen von Geld. –An Banken, an Rathäusern, an alten Prunkbauten und Schlössern,… die Räte, die Staatstragenden, die Wissenden, die Hütenden… die Sonderschau präsentiert eine ganz eigene Sammlung von Insignien der Macht.

An Fabelwesen wie die Protagonisten aus Saint Saens „Karneval der Tiere“ anlehnend, erinnert man sich mit einem Augenzwinkern sogleich an George Orwells „Farm der Tiere“ (Animal Farm) von 1945 als A warning to mankind. – und an Big Brother in 1984, geschrieben 1949. Lange bevor das Privat-Fernsehen ein denkwürdiges Format daraus machte.

George Orwell, Die großen Werke schleichen sich nahezu unbemerkt in die Grünewaldhalle, ohne erwähnt, genannt, oder abgebildet zu werden. ABER: Sie sind da. In all den Köpfen der Kunstbegeisterten, die unter Ihresgleichen sind.

Der Visionär Orwell mag nichts mit Ursula Ullrich-Jacobi gemein haben, außer der Inszenierung der Metapher Tier-Mensch, aber man kommt doch nicht umhin sich die Frage zu stellen:

Wieviel Zeitgeschichte lässt sich visionär vorhersagen? Und in welchen Fabeln erkennt man Persönlichkeiten des realen Lebens, deren Charaktere man nicht ungestraft öffentlich verunglimpfen darf.

Wieviel „Vorhergeschriebenes“, wird am Ende wahr? – Und warum? – Wie? – Durch menschliches Zutun, oder aus einem automatisierten Reflex, einem Impuls heraus, der irgendwoher durch Zeit und Raum (Netzwerke) getragen den falschen Adressaten erreicht. – Oder richtigen. – Je nach Sichtweise. – Die Philosophen und Denker der Welt denken eine Menge quer, um zu Lösungen und Rat zu gelangen, der vielleicht die ein oder andere herbeigedichtete, vorgeschriebene oder längst verfilmte Katastrophe abzuwenden vermag.

Die großen Ratshäuser, die geheimen Räte, Goethe irgendwo zwischendrin und eine Faust, die schweigend andeutet, dass das Ertragen so mancher Wahrheit bisweilen unerträglich ist… setzte Ursula Ullrich-Jacobi das Kriegerdenkmal Rothenbuch, das nicht den Krieg zur Schau stellt, als Versuch Hoffnung nach einem Krieg zu vermitteln.

In künstlerischer Reduzierung, mit Klarheit und Weisheit und immer bei sich, darf man nach einem fast ganzen Jahrhundert Leben den Engel als Symbol der Hoffnung auf einem Kriegerdenkmal erkennen lassen, der sowohl für Erlösung, als auch Rettung steht. Die grafischen Zeichen versenkt, abgesenkt, nicht aufgesetzt.

Die pastellfarbenen informels neben der Sonderschau, abstrakt und vage, zeigen Andeutungen von was? - Mit feinen Zeichnungen eindeutiger Motive, wie einem Drachen, der sich über ein Bild schlängelt, wie über ein Luftbild, einem Wolkenwirbel gleich, der sich über die Bilderwelt zu bewegen scheint.

Kunst ist Erzählen. Kunst sind Geschichten und Kunst ist auch Musik. Mal laut, mal leis und manchmal totenstill.

Claudia Musikant und die Liebe zum Ton,… Gesichter, Masken und der Blick nach innen… die Künstlerin zeigt, was künstlerische Arbeit an kontemplativem Wert bietet, um Gedanken freien Raum zu lassen.

Galerie Boll und Steiniger mit Strukturarbeiten von Elfi Knoche Wendel in SW, in Mustern wie Solar Powerplants oder Photovoltaikanlagen in Luftbildansicht, zeigt, was Kunst erzählen kann, ohne viele Worte zu brauchen. Die Querverbindungen im Hirn sind längst geknüpft, eine einzige Sekunde genügt, und ohne rechnen zu müssen sieht Mensch, und erkennt. Erkennt, was lange vorher in den Kopf gespielt wurde. Wie kriegt man das nun wieder da heraus? Im Falle des Falles, dass sich ergibt, dass die Wahrheit eine ganz andere ist, als man immer angenommen hat?

Bei Joachim Lehrer erkennt man eine etwas andere Art der Spielerei mit Seelenwanderung, Träumen und Visionen,… Altniederländische Lasurmalerei, Schicht für Schicht hauchdünn aufgetragen, ohne, dass ein Pinselstrich die Oberfläche bricht…wird Licht herausgearbeitet und Tiefe erzeugt, die elektrisiert. Vergessene Welten werden zu neuem Leben erweckt und der Zauber von Wind, Wetter und Weite, immer mit dem Akzent der Pferdestärken, die einst gezogen haben, trägt durch die Prärie, die an den wilden Westen erinnert, wie man ihn aus alten Filmen kennt, als noch Erwachsene Cowboys und Indianer waren und Sergio Leone die Musik zu „Spiel mir das Lied vom Tod“ komponierte.

Das Strahlen der Sonne, am Horizont den Himmel färbend, erschafft Joachim Lehrer Farbenleuchten.

Ob Isetta mit Caravan, Leuchtturm in tosender Brandung, oder umgebautes Flugzeugwrack… Joachim Lehrer hat seinen 2. Platz als Publikumsliebling verdient. An Karen Shahverdian, oder Ralf Lürig erinnernd, kann man sich seine Werke als Posterfassung im Nachdruck für Viele voller Sehnsucht nach Unendlichkeit vorstellen. - Poster, wie sie in den Neunzehn-Achtzigern Kinderzimmer schmückten. Die Älteren erinnern sich vielleicht zurück an diese Zeit, als vielleicht in der ein oder anderen Schule in den Klassen der Teenager Posterkataloge unterm Tisch durch die Reihen herumgereicht wurden, und man sein erstes Taschengeld ausgab für Bestellung von reproduziert gedruckter Kunst, die aus Kostengründen noch nicht im Original erstanden werden konnte. Damals war der Posterkauf vielleicht das Erwachen der Kunstbegeisterung. Romantik schlich sich in die Köpfe und das Leben erhielt eine weitere Prägung.

In der BRAVO wurden zeitgleich Stars „gemacht“. – Moderne Helden, denen man nacheiferte, und die man bewundern durfte! Und die bis heute immer wieder gemalt und auf die ein oder andere Art abgebildet werden. Aus Wertschätzung und / oder als inspirierendes Vorbild.

Auch antike Helden wie Alexander, der Große, mittelalterliche Oberhäupter, z.B. Karl, der Große, oder geniale Komponisten, wie Beethoven, dessen „Fünfte“ Ewigkeitscharakter hat und dessen „Neunte“ TAUB unvollendet blieb, kommen bei Dustin Din in Farbkombinationen daher, die den Übergängen der Lichtbrechung entsprechen. Oder an Nordlichter nach großen Sonneneruptionen erinnern. Farben, bei denen sich die Frage gestellt werden darf, ob sie der Harmonielehre der Komplementärkontraste entsprechen.

Die Wiedererkennbarkeit so mancher farblich besonders gestalteter Arbeit steht dem Werk eines Benjamin Burghardt in nichts nach, dessen Werk in den Pastelltönen grün-lila, in der Phase des Dreiklangs in Köln eine Laudatio erhielt, als er mit Georg Pummer zusammen die Welt aus einem andern Blickwinkel zu betrachten versuchte.

Auf die Details aus der Geschichte achtend leitet Dustin Din zur Gegenwart über.

Der Fingerzeig, Michelangelos Hände, die Verbindung zur Anderwelt aus fremden Dimensionen und ein offener Geist, der noch träumen darf und den Schutz genießt, die Welt als Märchen wahrzunehmen, ist spürbar.

Märchenhafte Darstellungen und Phantastereien in besonderen Farben sind auch die surrealistischen Arbeiten von Paul Engelhard, die das Fließen veranschaulichen und eine bizarre Welt zwischen den Welten zeigen, vielleicht im Moment der Phasenumwandlungen hin zur Metamorphose. Andeutungen, die scheinbar die Festkörperphysik verhöhnen.

Kleine goldene polierte und/oder patinierte Bronze-Vögel im Vollguss von Harald Hertel, und ein bunt besprühter riesen FAT-BIRD, aufgeplustert, sich vor Kälte schützend (vielleicht), sind optischer Blickfang bei CRELALA Kunst, der Galerie im Meerbachtal, am Fuße des Odenwalds. Sie sitzen zu Füßen der hinter Lichtpulsen verschwindenden Badenden bei

Astrid Eisinger, die der Gegenwart eine ganz eigene Note verleiht.

Lichtkanäle, smarte Pulsare, Elementarteilchenbeschleunigung durch Licht emittierende, also letztendlich (aus-)sendende, Dioden, definieren Raum und Umgebung vollkommen neu. Die im Lichtnetz gefangenen wirken ganz bei sich. Weise, glücklich, als ob ihnen nichts jemals passieren könnte.

CRELALA Kunst ist mit acht Künstlern auf der mainart vertreten. - Ein erster Auftritt, der für Gesprächsstoff sorgt, wie man zwischen den Reihen vernehmen kann. Was ist die Intention der Galerie, die online, wie offline, seit zehn Jahren im Wachsen begriffen ist. Mit Künstlern wie Ralf Löhr, der mit seinen Minis und kleinen Monstern so manchem Verbeiwandelnden ein stilles Lächeln über das Gesicht huschen lässt, ist die Kunstplattform auf einem Weg, der die Gegenwart neu interpretiert, mit dem Wissen aus der Geschichte und den Erkenntnissen der Möglichkeiten der smarten Gegenwart.

Mit Harald Hertels Vögeln auf Steinen geht die Galeristin mit den Künstlern zurück zu den kindlichen Wurzeln und zu ursprünglichen Ansätzen, die nicht immer nur Perfektion propagieren und einen Rat mit sich führen, der Mut machen und Hoffnung vermitteln soll, in einer Zeit, in der so mancher sich auf der ein oder anderen Schiene verrannt zu haben scheint.

Der Mobilmachung der vergangenen Jahre begegnet die Galeristin Christina Labonté-Steinmann mit Humor und findet bei Künstlerinnen wie Marina Krohs den Gegenentwurf mittels Humor, wie unschwer erkennbar in ihren schrägen Typen und den streitbaren Figuren von Lagerfeld, dem Gewebekenner, oder Udo, dem Einen am Klavier, oder dem Anderen, mit dem Panikorchester und dem unvergesslichen Zitat “Keine Panik auf der Titanik”. Udo, der gerade seinen achtzigsten Geburtstag feiert und sich vielleicht noch an den vorwendezeitlichen Sonderzug nach Pankow erinnern kann, oder Coco Chanel, der Stilikone, die in die Ewigkeit getragen werden darf durch den unvergesslichen Duft von Chanel No5. Oder noch ganz anders jüngst mit YAYOI KUSAMA, mit ihren abertausenden Punkten, wie Echos aus der Unendlichkeit, bei KROHS in red, die im Kölner Museum Ludwig gegenwärtig in einer Soloshow der Superlative im Schatten des Doms mit ihren Arbeiten zu bestaunen ist. Arbeiten, die sich bis in den Dachgarten ausbreiten, wo man in einer Spiegelbox in eine etwas andere Welt eintauchen darf und die sichtbare Realität in Frage stellen darf.

Den Punkten widmet auch Martin Bähring besondere Aufmerksamkeit in seinen Dot-gepainteten, Sieb-Druck-nachempfundenen Portraits. - Stars und Sternchen, je nach Vorbildung mehr oder weniger wiedererkennbare bekannte Gesichter, werden großformatig als Unikat in die Zukunft entlassen, auf dass sie hoffentlich auch den nächsten Generationen noch ein Begriff sein werden. Gesichter von Größen wie Woody Allen, der die Psychoanalyse aus ihrem negativen Schattendasein herausholte und mittels preisgekrönten Filmhighlights salonfähig machte. Den Religionsgemeinschaften und Kirchen die Schäfchen ausspannend, das Sündigen hoffertig verzeihbar machend, Moralaposteln den Boden unter den Füßen raubend. Menschlichkeit mit allen Facetten wieder zulassend.

Anja Kuss arbeitet bei ihren Wandobjekten mit Epoxidharz über Büttenpapier, auf Holz. - Zeit, Vergänglichkeit und das Sichtbarmachen innerer Zustände sind die Intention der Künstlerin.

Anja Kuss arbeitet projektbezogen. Ihre Werkgruppen entstehen in umrissenen Zeiträumen und begreifen sich als zusammenhängende, prozesshafte Zyklen. Das erste Projekt „Hard Reset“ entstand 2021 und umfasste 81 Arbeiten, die aus einer rückblickenden Auseinandersetzung mit ihrer eigenen Vergangenheit hervorgingen. Die Werke fungieren als verdichtete Erinnerungsräume, in denen persönliche Gefühlsfragmente eingegossen sind.

Aktuell arbeitet die Künstlerin an „Hard Reset Vol. II“. Der Fokus dieses Projekts liegt auf der Wahrnehmung und dem Fühlen der gegenwärtigen Zeit. Während sich der Blick im ersten Zyklus rückwärts richtet, steht nun das Jetzt im Fokus, als offener, instabiler Zustand – geprägt von Veränderung und Überlagerung.

Susanne Maul arbeitet sich an den Hinterlassenschaften in Bauschuttcontainern ab und erschafft neue Szenarien besonderer Art, die sich vor allem durch die Wahl der Materialien auszeichnen und je nach Lichteinfall besonders schimmern. - Besondere Materialien, wie Metallstifte oder Schieferreste oder andere Naturstoffe und Urstoffe, die nicht extra produziert oder abgebaut werden müssen. - Es sind Materialien, die als Reststoff anfallen und neuem Wert zugeführt werden. - Upcycling, das alte Schätze erhält und sie neuen Besitzern zuführen will.

Hans Gunsch als achter Künstler im CRELALA Portfolio, offenbart die Zufälligkeit der Situation menschlichen Zusammentreffens ganz allgemein. – Menschen, vor allem Kinder, werden verewigt, wie sie sich in unbeobachteten Momenten verhalten.

Ohne das Wissen um die Beobachtung, oder Ablichtung, sind die Szenen von einer Schönheit, die allein durch die unbeschwerte Stimmung zur vollen Geltung kommt.

Zu guter Letzt ist bei CRELALA Kunst noch Ralf Löhr ausgestellt. Der Künstler ist während der gesamten Veranstaltung live mit vor Ort und jederzeit ansprechbar. Als langjähriger Kenner der Werbebranche weiß er um die Besonderheiten des Handels und der Märkte und weiß, dass alles jederzeit im Umbruch ist. – Jetzt gerade so stark, dass alle Werte in Frage stehen. Mit ihm als Künstler, der nahbar ist und bleibt bekommt man ein Bild der Gegenwart das frech und witzig, manchmal düster, manchmal bunt, fast immer kritisch, aber auf jeden Fall einmalig ist. Seine Unikate sind echte Highlights und Hingucker, die mehr sind, als nur gefällige Kunst passend zum Ambiente.

Aus dem CRELALA Portfolio ist auch Ursula Odermath mit eigenem Stand vor Ort.

Ursula Odermath zaubert Landschaften, wie Wüstenlandschaften, und ihre magischen Naturdarstellungen verzücken geradezu. - Magnolienblüten in kaltem Blau-Grau lassen den Winterhauch noch spüren, der am Wendepunkt Winter zu Frühling weht, einen neuen Jahreszeiten-Zyklus einläutend, während die orangefarbenen Akzente über Beige an sandige Wüstenlandschaften erinnern. - Wind und Weite, und ein spürbarer Hauch von Abenteuer schwingen mit in den Werken der Künstlerin, und man darf träumen.

Anette Lehrmann erinnert an die abstrakten Arbeiten der CRELALA Künstlerin Claudia Komor.

Informel und farbgestaltend sind die Arbeiten wie abstrakte Landschaften aus dem Arm gezaubert.

Christel Fahrig-Holm spielt mit Licht und Schatten und macht immer auf den statischen Stellenwert von Säulen aufmerksam. Ganz gleich, ob tragend, oder nicht tragend, Verkehrslasten einrechnend, worst case im Zweifelsfalle angenommen oder kostensparend material-reduktiv minimal gehalten, ihre Arbeiten sind zauberhaft märchenmäßig eine Offenbarung der Innenraum-Welten menschlicher Architekturen.

Danuta Jagemann verschlüsselt Küstenlandschaften in zauberhaften Lichtstimmungen mal im Tageslicht, mal in der Dämmerung. Himmelschemisch farbangepasst sind ihre Werke eine Verheißung an Urlaubsfreunde und Reise-begeisterte. Das Aufbrechen der fotorealistischen Wahrnehmung ist eine kleine Sensation. Nicht neu, aber doch besonders.

Das Mädchen mit dem Perlenohrring, wer kennt es nicht,… verfilmt wurde die Geschichte der Hausangestellten sogar, die Muse, die inspiriert. Und Maike Mai hat sie ihrer Serie Popikonen hinzugefügt. im Woodstock-LSD-Design und 3D Blob Painting in 80x80.

Und natürlich darf der Apfel in der Kunst nicht fehlen. Nicht nur solitär, sondern auch noch am Geäst des Baumes, bei Anke Holzwarth. “An apple a day keeps the doctor away”, hört man eine Stimme aus dem OFF im Unterbewusstsein flüstern, und man kann sich vorstellen, was die Künstlerin in ihrer Obstgalerie mit den Werken auch metaphorisch ausdrücken möchte.

Hailin Wang mit den “Ecken der Welt” Die chinesische Künstlerin Hailin Wang spielt mit der Wahrnehmung der Menschen, zeigt offensichtliches vage und angedeutet und lässt Spielraum für Interpretationen zu. Die Farben sind keine schrillen Pop-Art-Töne, sondern dezente Pigmente, die an Aquarell erinnern. Den landschaftlichen Tiefenraum beherrscht die Meisterschülerin von Marijke van Warmerdam vortrefflich, und besonders die Liebe zu den frühen chinesischen Malern blickt immer wieder durch. Die kulturellen Wurzeln und die Prägung der Wahrnehmung, die in den Genen festgeschrieben zu sein scheint, ist bei der Künstlerin zu erahnen.

Interpretationsspielräume offen lassend arbeiten auch die Künstlerin Lidija Karsch, mit Wurzeln in Serbien, oder Alexandre Osipov, der russische Akzente setzt.

Gunda Jastorffs abstrakte Arbeiten wirken wie Schneelandschaften, bildgewordenes WEIß, hell, und nur vage andeutend, was wichtig ist, so wie Corinna Kleindorp auf der 2026er Ausgabe der mainart nur mit Blau angetreten ist. An das Yves Klein Blau erinnernd, vielleicht preußisch blau, Tinten-Königsblau, das in die tiefsten Tiefen der Unendlichkeit zieht, am Anbeginn eines jeden neuen ins Licht tauchenden Tages, vom Übergang Nacht zu Tag in der Blauen Stunde.

Bei Dhira Bareins märchenhaften, eindeutig lebensbejahenden, märchenhaft sinnlichen, bisweilen frech-fröhlichen, oder zum Teil geisterhaften Werken, zeigen sich die Lebens-Erfahrungen aus der Welt. - Das Leben ein wenig bunter machen, farbenfroher, nicht zuletzt schöner, ist die Intention der Künstlerin. Lange Aufenthalte in Indien und Spanien, und der Einfluss des japanischen Künstlers Mira Hashimoto sind erkennbar.

Asiatischen Einfluss zeigen auch die geschnitzten Kinder-Figuren von des polnischen Künstlers Perschke, mit dem komplizierten Namen Przemyslaw. Przemyslaw Perschke nimmt immer Bezug auf die Gegenwart, die aktuell nicht zu denken ist ohne Smartphones. Handys. Mobiles!

Das Kind mit der goldenen Tasche erzählt dem Betrachter was? Holz als zentrales Material ist der Ausgang der Arbeiten des Künstlers, der sich an der Gegenwart abarbeitet und unermüdlich überliefert, was jede Maserung des Arbeitsmaterial schon selbst zu erzählen hat. Überall auf der Welt erzähl das Holz, das Zeit über lange Perioden hinweg überdauern kann, und Menschen überleben kann, wenn Mensch es denn zulässt. Die alten Wälder und uralte Bäume in geschützten Parks erzählen Geschichten. Geschichten, die sich heute jeder herbeizaubern kann über die vernetzten Möglichkeiten, und die weit zurückreichen, bis zum Anbeginn der Zeit, wenn schneller versenkt, als es verwittern konnte und Zeitgeschichte auch als Atmosphärenprotokoll “versteinert” überliefert…

Dass Überlieferung und Wahrnehmung zweierlei Paar Schuhe sind zeigt sich beim Preisträger Maneis Tehrani. Der Gewinner des dritten Platzes des Publikumspreises auf der mainart 2026 visualisiert Wahrnehmung und das Spiel mit den Massen.

Flügel verleihende Erfahrungen in der Schwerelosigkeit werden visualisiert und das Eintauchen in fremde Bewusstseinszustände wird vorstellbar.

Vielleicht ist es der iranischen Herkunft geschuldet, dem Aufwachsen mit einer kulturell anderen Art von Wahrnehmung, tiefer, inspirierender, kontemplativ und wachsam, auf die Belange der Natur achtend, als Metapher ausgedrückt: “dem Flüstern der Natur lauschend”. Erweiterte Realität, als Folge intensiver Wahrnehmung der inneren Stimme, der man vielleicht das ein oder andere Mal besser folgen sollte, weil sich Änderungen ankündigen, lange bevor sie stattfinden. Weil man mit dem “kosmischen Netzwerk” enger verbunden ist, als man vielleicht glaubt.

Transformation, zeitabhängige Zustände, wie Momentaufnahmen einer ANDEREN Gegenwart, Wahrnehmung und Bewusstsein stehen bei Maneis Tehrani im Fokus.

Man kann es zulassen, erfahren, oder eben verleugnen und ablehnen, was das Sein oder Nichtsein ausmacht. Den Geist loszulassen und frei zu sein, zu schweben und aus sich herauszutreten, sich von außen wahrzunehmen und den Zustand von vollkommener Glückseligkeit zu “fühlen”, kann man sich als Rausch vorstellen. Oder man bleibt “in sich”, dem eigenen Körper gefangen und darf dem eigenen Verfall live beiwohnen, ohne eine Ahnung davon, dass es über den Horizont hinausgehen kann. - So oder so, nichts ist ohne Veränderung, nichts von bleibender Dauer, Nichts singulär für die Ewigkeit gemacht, nicht einmal im Modell Isolation, die man mit Schrödingers Katze noch in Erinnerung hat. - Transformationen und Metamorphosen finden immer statt, allzeit und überall.

Am Ende ist in der Summe alles EINS. Zu hundert Prozent, zu tausend Promille.

Wieviel man von dem Eins als winziges Staubkorn im Universum ist, als Teil des Ganzen, kann errechnet werden, im Versuch simuliert und nachgestellt werden, aber wie klein und fein das Elementarteilchen auch werden kann, dem durch äußere (oder innere) Kräfte hervorgerufenen Chaos unterworfene elementare Kräfte wirken immerzu und verändern die Positionen und Wertigkeit. Bestimmen den Aufbau der Cluster der Massen. Man kann steuern und die Richtung bestimmen, oder sich alles selbst überlassen. Dann kann man schauen wohin es führt.

Inwieweit alles kontrollierbar sein kann, oder werden kann, das kann man philosophisch erarbeiten. Oder mathematisch. - Maneis Tehrani überliefert Ansätze dieser Überlegungen in seinen Darstellungen.

Die mainart 2026 ist auch in der siebten Auflage wieder Denkanstoß zum Hinschauen. - So oder so wieder eine Aufforderung zum Sammeln von Kunst und Supporten der Künstler. Ein Aufruf zum Unterstützen von Künstlern, Philosophen und Kulturschaffenden mit einem etwas anderen Blick auf die Welt.

Die mainart Aschaffenburg ist eine kleine Kunstmesse, die immer wieder gut besucht ist, mit durchweg positiver Stimmung bei Kunden, als auch Künstlern. Die Organisatorinnen der mainart Aschaffenburg: Brigitte Seiler-Rothfuß und Rita Stern, zusammen mit der Kunsthistorikerin Bianca Hambusch, machen einen super Job und zeigen, dass auch Frauen Kunst können, und den Herren auf dem hart umkämpften Markt in nichts nachstehen. Rita Stern, selbst mit Werken im Treppenaufgang, macht deutlich, was “Fürsorge” bedeutet. Nicht nur in der Kunst. - Stern setzt Zeichen!

Die Liebe und Leidenschaft für Kunst und Kreativität bleibt eines der interessantesten Arbeitsfelder, auf dem man vieles entdecken kann, und Talente findet, von denen man nicht gedacht hätte, dass man die Chance bekommt ihnen je zu begegnen. Am Anfang eines jeden Weges, der noch so offen wirkt, aber nicht zuletzt getragen wird durch die Power der Frauen und Mütter, und ihrer Fähigkeit zur Liebe und Leidenschaft, auch in schweren Zeiten, wenn der eingeschlagene Weg hoffnungs- und aussichtslos scheint.

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