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Besondere Kunst an besonderem Standort - discovery art fair Cologne 2026

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„Und wenn morgen die Welt unterginge…“ Die Discovery Art Fair Cologne mit Inspirationen für die Zukunft - Suchen und Entdecken!

„Und wenn morgen die Welt unterginge…“ so steht es unter dem neuesten Exponat bei Myrthe Rödelberger, erinnernd an Jahrhunderte-alte asiatische Kunstwerke, …“so pflanzte ich denn heute noch einen Baum.“

Vielleicht hat man 2026 „40 Jahre Tschernobyl“ in Erinnerung. Besorgniserregende Artikel von KI sind in den Medien zu lesen, mit Berichten über Kriegszerstörungen, sowie neuen Bedrohungen und Risikofaktoren, nicht nur in Tschernobyl.

Myrthe Rödelbergers Pflanzerin macht Hoffnung.

Mit Hand und Fuß Mutter Erde bewirtschaften und zusehen was keimt und Wurzeln zieht, Triebe ausbildet und wächst,… nicht verkümmert, allen Widrigkeiten zum Trotz,… allen Angriffen von Wind und Wetter standhaltend, das ist das Einzige, was zählt. - Ob drückend, ziehend, erhitzend, abkühlend, rotierend, translatierend, austrocknend, desertifizierend, … berieselt, beregnet, befeuchtet, … ob schon digital oder noch analog, - es spielt keine Rolle. - Und gleichzeitig die alles entscheidende..

Ki-Spielereien, Parametersimulationen, übertragbar auf alles. - Auch auf die „Human Ressources“, oder umgekehrt sind manchmal hilfreich. – MANCHMAL! (Nicht immer.)

Liebe, Streit, Natur, Frieden, Mutterschaft, Kosmos, Erde… alles ist eins! Und eine kleine Pflanze voller Kraft schlägt große Wurzeln und kann viel bewirken.

Aus gutem Holz geschnitzt, sind Myrthe Rödelbergers Arbeiten eine Hommage an das Leben.

Die Alte Bäckerei Greifswald mit Myrthe Rödelberger und Wanda Stang, Freundinnen aus Studienzeiten, ist schon zum dritten Mal auf der discovery art fair in Köln, und das Werk wächst weiter.

Holzskulpturen in vollendeter Form, manchmal wie aus der Zeit gefallen, erzählen Geschichten und dürfen wirken. Die Pflanzerin mit dem neuen Trieb, der bei Pflanzen oft zweiblättrig aufgeht und zu wachsen beginnt, steht für das Leben an sich. – Dann geht aus einem Trieb vielleicht eine Ertragspflanze hervor, oder es darf ein Baum daraus heranwachsen, immer weiter verzweigend… Myrthe Rödelbergers Kunst überliefert das Wissen über die Verbindung zum Leben. - Die Verbindung zur Natur. - Die Verbindung zu Mutter Erde.

Ein silberglänzender Kern, der wirkt und pulst

Visualisiert von Philip Käppeli, in Sichtweite zu Myrthe Rödelbergers Pflanzerin, mit Wanderstöcken, die in dem Kern stecken, wie tausende von Pfeilen, Nägeln, die auf ihn einwirken, wie jeder Tastaturanschlag auf einen Rechnerkern, wie jeder Hammerschlag auf einen Stein, jeder Tastenanschlag auf eine Saite…

Anders herum: Die Impulse gehen vom Kern aus, wie das Pumpen eines Herzens. - Der Takt wird durchgeleitet durch die Massen in ihren Phasen, je nach Konzentration und Dichte, sowohl der Masse selbst, als auch der Umgebung.

Der Puls / Takt entspricht dem Wert des Stoffs, aus dem der Kern gemacht ist. Das Herz folgt den Eigenschaften, welche die Atome ausmachen (soweit gegenwärtig bekannt)! Gibt den Takt vor, der wiederum Atome und Elementarteilchen in Bewegung setzt. - Antreibt. - Beschleunigt.

Beschleunigte Atome und Elementarteilchen beeinflussen wiederum die Parameter und Bedingungen, in denen sich alles verbindet und neu organisiert,…

ORDNUNG? CHAOS?

In welchen Feldern sind die Bedingungen homogen? - Gleichmäßig? Wie schafft man homogene Felder / Zellen,… also Rahmenbedingungen, in denen sich Puls gleichförmig symmetrisch ausbreiten kann, bis Entfernung und bremsende Parameter das angetriebene System zum erliegen bringen, bis die Bewegung stoppt, ausläuft und das System in sich zusammenfällt, wie ein Gehstock am Ende, an seinem Wendepunkt?

Welche Bedingungen sind verantwortlich für Ordnung und Struktur und welche Bedingungen durchbrechen das Chaos? Welche Faktoren tragen dazu bei die Richtung halten zu können? Welche sind maßgeblich verantwortlich für das Kippen von Systemen, oder das Einleiten der Wend(ung)en? – An welchen Wendepunkten, oder Ebenen, quasi Wendeflächen fällt alles in sich zusammen? Wo und wann kann gestoppt, oder aufgehalten werden? Welche physikalischen Kräfte halten Systeme zusammen? - Welche Frequenzen? In welcher Stärke? – Beschleunigt? - Ruhend? - Stills? – Konstant? – c? – Null oder Eins? Oder jeder beliebige Wert dazwischen? Oder darüber? Oder darunter?

War es Philipp Käppelis Absicht, dass man seine Wanderstöcke so interpretiert? – GEHSTÖCKE!

Stöcke neben schon bearbeitetem Gestein, das daneben aufgebahrt ist, noch irgendwie unfertig wirkend, nicht zu Ende bearbeitet? – Noch. – Vielleicht.

Steht der silberglänzende Kern, in dem die Wanderstöcke stecken für den Erdkern? Für einen Rechnerkern? – Für ein Herz? - Was wirkt ein auf die Erde, auf alle Massen? Was setzt welche Prozesse in Gang? Metamorphosiert, transformiert, in diesem Fall NICHT translatiert, NICHT rotiert. - Was wirkt aus den schützenden Hüllen heraus, oder in sie hinein?

Umhüllung, Verpackung, Schutz… was ist stark genug wirkenden Kräften standzuhalten?

In welcher Entfernung, welchem Abstand verlieren sich Kräfte und Bindungen zur Kraftquelle, so dass ein aufgebautes Feld wieder in sich zusammenfällt? - Kann die Zahl der Wendepunkte auf gleicher Ebene als Grenze der Abschirmung angenommen werden? - Viele kleine Schutzschirme? Bei Käppeli hölzern, vorstellbar aber auch in anderen Stoffen, vielleicht transparenten Gasphasen,… (wie gläserne Käseglocken, oder Wasserpilze in Schwimmbädern).

Das Zusammenfallen ist rückwirkend, wie ein Echo nachhallend, in die Grenzbereiche der Überschneidungen der einzelnen Pulskanäle, Adern, Äste hinein. - Sich selbst erhaltend?

Kann man mit Philipp Käppelis Wanderstöcken eine Katastrophenszenario-Simulation erklären? Energieerhaltung oder andere Phänomene, die man so noch nicht betrachtet hat?

Vielleicht ein Atommodell?

Oder ist ein Stock nur ein Stock nur ein Stock, eben am Ende einfach nur ein Wanderstock, den man entlang Wanderrouten innovativ ansprechend aufgebahrt, zum Kauf angeboten, besser an den Mann (oder die Frau) bringen kann?

Kunst kann bisweilen wirklich Wunderliches wirken lassen.

L`OUVERTURE – OPENING – ERÖFFNUNG

Es ist 16:00 Uhr am 23. April 2026 als die Discovery Art Fair offiziell für eröffnet erklärt wird. 3 Tage vor dem 40-jährigen Jubiläum einer Menschheitskatastrophe mit Langzeitwirkung, 10 Jahre nach Scharfschaltung und Sichtbarwerdung einer Galerie, am Fuße des Odenwalds. CRELALA Kunst, sucht immer wieder Kunst, die es wert ist, dass man Worte darüber verliert.

So allmählich füllt sich die Halle des alten Briefzentrums mitten im Gleisdreieck in Köln, und Kunstkenner, wie Kunstliebhaber takten auf.

Es wird ein gelungener Nachmittag mit viel Interesse und Zuspruch, aber auch Kritik an der scheinbaren Beliebigkeit und Reproduzierbarkeit einiger Arbeiten..

Auf den Moment wartend, an dem man einen Foto-Eindruck der Werksschau vermitteln kann, eine Übersicht über das Kunst-Event, an dem reichhaltig Kunst angeboten wird, steht man bisweilen eine Weile, bis eine kurze Lücke im Menschenstrom das vermeintliche Gefühl von Leere vermittelt.

Die „Stills“ sind selten geworden. - Die Momente des Innehaltens. - Der Ruhe und Besinnlichkeit, in denen man sich Zeit nimmt. - Nehmen kann. - Nehmen will. - Zeit, um Worte zu finden über das, was eigentlich nicht gesagt werden kann, von Künstlern aber immer wieder in Szene gesetzt wird und wiederum Zeit braucht, um es zu begreifen.

Man darf wieder auf Entdeckungsreise gehen, um vielleicht zu Hause umzugestalten, neu zu gestalten, umzuhängen oder neu zu dekorieren, und man sucht die verheißungsvollen Newcomer, die vielleicht zu voller Geltung kommen, side by side an der Seite der alten Helden, wie Jörg Minrath mit Patrizia Casagranda, oder Galery Grevy, oder art 42, oder Fritz Böhmes Galerie eyegenart, oder ARTERTAIN, oder BEAR GALERY, oder KALKMAN GALLERY, oder Galerie Klose, die dezent aus dem Hintergrund Kraft und Ruhe spenden, um der nächsten Generation zu helfen ihr eigenes Strahlen zu entfalten. - Selbst das Wirken zu lernen und eigene Talente auszuprägen, um wiederum neue Triebe einer jeden Art auszuprägen, auszubilden und dem Bestehenden hinzuzufügen. – Der Weisung der Genesis folgend.

Und die Weisung heißt auf der discovery art fair Cologne „buy art“!

Was das Smartphone mit der Kunst zu tun hat?

Uwe Tabatt bei Galerie Nielsen spielt mit den Ideen einer alten Welt, die auch weiterhin alles durchorganisiert und strukturiert, expandierend alles fein säuberlich durchplant und in den Megacities clustert, wo man Mensch optimiert, modifiziert und wirtschaftswachstumsorientiert produktiv arbeitsfähig durchdenkt, inklusive Berechnung der machbaren Grund-Versorgung.

Der ständige Blick aufs Display ist dabei längst eine unabdingbare Notwendigkeit. - Übermächtig, personalisiert zuordnend, um die Welt vollkommen unter Kontrolle zu halten und Katastrophen zu vermeiden.

Wenn die Freiheit zu kurz zu kommen scheint, kommen die Masken ins Spiel und das große Schauspiel beginnt.

Fotografien von Fotografen wie Katja Gehrung oder Katrin Sandmann-Henkel, mit Achim Katzberger in der Mitte, und vis à vis Rolf Roew und Tanja Hust, erinnernd an Arbeiten von Gabriele Rothweiler bei CRELALA Kunst, offenbaren Geopositionen, die am Ende sind. - Ausgeschöpft. - Ausgebrannt. - Nicht mehr wirtschaftsfähig. – Lost Places.

Lost Places wie gezeigt von Ronen Art Galerie aus den Niederlanden.

Lichtsäulen, verlassene, alte Schwimmhallen, Wendeltreppen, Gemäuer mit prunkvollen Deckengemälden…

Die großformatigen Fotoprints auf ALU-Dibond in limitierter Auflage zeigen die märchenhaften Orte, wie „verwünscht“ / „verwunschen“ in tiefen Dornröschenschlaf gefallen. Orte, an denen die Zeit ihre Spuren hinterlassen hat und noch immer lässt. Orte nicht mehr zeitgemäß, und nur schwer zu erhalten. - Engel und Putten, durch die sich Risse ziehen, und die an die Prachtvillen der verlassenen Ruinenstädte erinnern, in denen ehemals Besatzer nach den großen Kriegen die Gebäude übernommen hatten, bevor die Truppen schließlich abgezogen wurden. - Ruinen hinterlassend, deren weitere Bestimmung vielleicht noch immer offensteht. - Orte auf verbrannter Erde, die vielleicht nie wieder bewohnbar sein werden.

Die Discovery Art Fair hat einen Tiefgang, der sich vielleicht erst auf den zweiten Blick erschließt, der aber nicht zu übersehen ist. Die Kulturarbeit ihrer Teilnehmer und Mentoren spricht für ein ungeheures Geschichtswissen und ein unermessliches Feingefühl mit Tiefgang.

Junge, frische Farben, und Salzkristalle bei Galerie Grevy

Robert Huber, der Crystal Maths veranschaulicht, also Kristallmathematik, nicht zu verwechseln mit Crystal Meth, der Droge, obwohl beides auch gern im Kontext betrachtet werden darf. Einmal mehr an das Leben denkend, an die Geoposition des bevorstehenden Jahrestages der Katastrophe 1986, wird von Robert Huber ein Kissen aus Kristallen gezeigt, die ohne Begrenzung frei wachsen durften (noch immer dürfen). – Über welchen Zeitraum? – Wie ist der Chemismus? - Was steckt drin in den Massen, die man vor Augen hat? Fest, flüssig, gasförmig? – An welchem Punkt ist alles eins? – Alles gleichzeitig nebeneinander stabil? - Unter welchen Bedingungen? – Atmosphärisch stabil. – Über welche Zeiträume?

Es fällt auf, dass viele künstlerische Positionen 2026 in hellen, frohen, jugendlichen, freundlichen Farben gehalten sind, auch neon-strahlend-animierend, energetisch enervierend, scheinbar positiv in die Zukunft blickend. Nur manchmal erkennt man eine leise Kritik an der Gegenwart, wie bei Daniel Lisson.

Risse, anstatt Schnitte, Verriss ohne klare Kante, in Ebenen übereinander angeordnet. Neben Detlerf Funder, der Pappe und Karton mit Resin übergießt, und aus dem vermeintlich nachhaltigen Material einer konsumorientierten Gegenwart Wandelemente erschafft, die Mahnmale zum Hinschauen sein dürfen. Faltwerke, in denen sich so manches Detail verstecken kann. Von anorganisch bis organisch, erschaffen, oder gewachsen,.. vorstellbar ist alles.

MASSEN! – Maß! – Parameter, Dimensionen, Mathematik, Physik, Chemie,… Anorganisch, Organisch,… Biologie,… Wie ist die chemische Zusammensetzung der Farben und Pigmente, die Farben aufwerten und aufhellen können, oder umgekehrt abdunkeln? Was lässt Farben leuchten? - Strahlen?

Und aus welchen Stoffen erwachsen Kristalle, je nach klimatischen Rahmenbedingungen, wie gezeigt bei Robert Huber als Kissen, die man sich in der Atmosphäre denken darf.

Vielleicht kennt man Tropfsteinhöhlen, vielleicht Salzgrotten, vielleicht überdimensionierte Bergkristalldrusen, auskristallisierte Hohlräume in Gasblaseneinschlüssen in Bergmassiven, vielleicht andere mystisch-magische Orte, an denen die Kristalle die Freiheit haben wachsen zu dürfen und kristallklar solitär zu vielleicht unschätzbaren Werten werden,… dann begreift man, dass auch Robert Hubers Kristall-Kunst nicht nur Spielerei ist.

In einer künstlerischen Ausbildung, einem Studium Bildender Kunst, lernt man den Umgang mit den Massen. Erarbeitet sich das Wissen der Vergangenheit und lernt viel über die exakten Wissenschaften. Chemie und Alchimie und das Tier Mensch, führen in die entlegensten Winkel dieses Planeten und hin zu den Spuren menschlicher Existenz.

Man denkt an Naica, die entwässerte Höhle einer Mine mit Riesenkristallen in New Mexico und an die bevorstehende WM. - Man denkt vielleicht an den Geist in den Wassern und Chemie und Biochemie des menschlichen Erbes.

Methodenkompetenz wird immer wieder offenbar.

Kompetenz, die manchmal erst auf den zweiten Blick zu erkennen ist, wie die aus Faden genähten Arbeiten von

Robert Kretzer… deren Rückseite man sich zeigen lassen sollte, um zu erkennen.

Mit welcher Akribie der Künstler Wassertürme und architektonische Highlights näht, so dass man glaubt sie wären gemalt, gezeichnet, oder mit Schablonen gesprüht… zeigt wahre Kunst. - Es ist das, was den Künstler abhebt von den anderen. - Unscheinbares hervorzuheben und ihre Relevanz herauszuarbeiten, in Stunden der Feinstarbeit, so dass am Ende ein kleines Meisterwerk in die Zeit getragen wird spricht von der Fähigkeit zur inneren Versenkung. - Kein Druck, keine Reproduktion sondern eine Arbeit, die Feingefühl verlangt, und Fingerspitzengefühl erfordert, damit das Ergebnis perfekt wird.

Die Salzkristalle von Robert Huber kommen noch einmal ins Gedächtnis. - Wassertürme, Salz, Horizonte, Gestein, Meeresrauschen, Wind, Wellen und Weite… Meeresboden, der subduziert wird, Massen, die untergeschoben werden, metamorphosiert werden, aufgeschmolzen, um die Massen darüber wieder zu heben, so dass sich die Massen darüber heben und Gebirge sich auftürmen,… fast kann man es spüren, das friedvolle Miteinander aller Elemente, das zerstörerisch zugleich ist, der Ewigkeit des Details entgegensteht, aber in der Summe die Ewigkeit verleiht.

In ihrer Art vielleicht nicht neu, aber doch inspirierende Tiermotive von Y.V.E. findet man gegenüber alten, vielleicht in Nachlässen gefundenen wiederentdeckten Farben und Pigmenten, die dann die alten Meister nachempfinden, oder auch versuchen zu kopieren, sind gleichermaßen zu finden, wie schlichtes Schwarz-Weiß, sowohl in Fotografie, als auch in Malerei.

Immer wieder tauchen die Neonfarben der Gegenwart im alten Briefzentrum im Gleisdreieck auf und man darf sich wegträumen und mit Kolibris fliegen, mit Eisvögeln tauchen, oder mit Goldfischen schwimmen. Starke, kraftvolle, helle Farben, die Hoffnung schenken, Mut machen, Kraft spenden und Motivation versprühen. - Motive, die gleichzeitig kraftvoll energetisch anregend und energiegeladen Ruhe ausstrahlend sind. Die Zeit schenken im Ruhezustand, dem „Still“ zu wachsen, wie die Kristalle des Robert Huber, deren Schönheit nicht für ewig halten wird, aber für eine gewisse Zeit „magisch“ anzuschauen sind.

Magisch, wie die Arbeiten von Matthias Göhr, deren Seele lebt. - Naturverbunden, in Erdtönen, allen Himmelsrichtungen und Kulturen der Welt gegenüber aufgeschlossen, und manchmal auch einfach nur im Blau, das an die Unendlichkeit erinnern darf.

ART IS ENTERTAINMENT

(… und das kann bisweilen auch wehtun)

Wenn der Mensch geschrumpft wird und die Kleinsten übergroß werden, wenn die Dimensionen verzerrt und die Extremitäten überdimensioniert werden, dann erkennt man Tim David Trillsam wieder.

Die Frage, warum wohl ein Käfer ein Geweih tragen muss, hat sich vielleicht noch keiner gestellt. Kuriositäten zu sammeln hat sich dieser Keiner aber vielleicht zur Aufgabe gemacht und ART als ENTERTAINMENT, quasi „ARTERTAIN“, wie auch der Name der gleichnamigen Galerie aus Korea, kommt sie auch schon mal als Kuriositätenkabinett in tierischer Form daher.

Dass Mensch und Tier so manchen Kampf miteinander und gegeneinander zu kämpfen haben wird nicht nur bei Tim David Trillsam deutlich.

“Cloud Dream Marsh” (云梦泽), Forest Studio mit Zhang Ruo, Ze Zeng, and Margarete Fuchs haben sich ebenfalls dem nicht menschlichen Organischen zugewendet. Und Zhang Ruos Animal Master Monkey gibt ebenso Rätsel auf, wie seine gedrehte Katze. Tiere an der Unterseite von Möbeln… Zhang Ruo überliefert unbequeme Wahrheiten, über die man in so manchem Land besser keine Worte verlieren sollte.

Umso wichtiger, dass man wortlos die Kunst bemüht, um zu erzählen, was nicht gesagt werden kann. Vielleicht auch in der Hoffnung, dass der Ein oder Andere dann am Ende doch ein paar Worte darüber verliert.

Vielleicht würde man seinen Kindern die Wahrheiten ersparen, die einem bei so mancher Kunst durch den Kopf gehen, wie bei der gedrehten Katze, oder den Augen an der Wand, aber den Mutigen gehört die Kunstwelt und Konzeptkünstler wie Dennis Josef Meseg offenbaren dann doch und Erwachsene, wie Kinder werden mit der Wahrheit konfrontiert.

In seiner ToyBox wird bei Dennis Josef Meseg geschauspielert. „Kinderland ist abgebrannt“. - Mit einer Barbiewelt der perfekten nackten Körper im Container abrechnend, wird verdeutlicht Backend, wie auch Frontend stehen gegenwärtig weit offen.

Dass die nackten Schauspieler kraftlos mit hängenden Schultern, in sich zusammengefallen dasitzen wird man aushalten müssen, wenn man sich dem ganzen Thema ernsthaft zuwenden will, und dann fragt man sich vielleicht, wie viel im Leben so mancher Menschen gesteuert wird, dass am Ende genau dieses Bild dabei herauskommt. Ein Bild, das man zeigen kann und will: Resignation als Belustigung. – Entertainment auf der World Party. – Ist das Quotenträchtig?

EL MURO

Die Serie „El Muro“ von Johanna Liebsch spielt mit den Verwitterungen über die Zeit, je nach Klima und ihre Arrangements wecken die Sehnsucht nach Ferne, Reisen, die entführen, in die entlegensten Orte der Welt, vielleicht Orte, die ihre Hochzeit lange hinter sich haben, aber noch immer erzählen. Und den Kontakt zu Kulturen aufbauen, von denen man neue Sichtweisen lernen kann und nach deren algorithmischen Abgleichen man manchmal zu neuen Erkenntnissen gelangt.

Erkenntnissen, wie dem Aussehen von Korallen als Supraleiter-Strukturen wabernder Plasmamassen. – Vielleicht.

Die discovery art fair bietet neben den nationalen Künstlern auch Namen bekannter Künstler aus internationalen Sammlungen eine Plattform. Darunter auch Namen aus kriegsgebeutelten Ländern wie Sudan. Oder aus anderen Ländern Afrikas, Asiens oder Südamerikas. - Uganda, Aserbaidschan, Kuba, Mexico,… die Liste der entdeckten Kulturen ist lang, die inspiriert zu haben scheinen.

Kulturen, mit denen die Farben der Erde immer wieder den Weg auch in die Kunst finden. Johanna Liebschs Fotografie-Zusammenstellungen von Mauerwerken mit ihren Spuren der Zeit, lassen die Idee aufkommen, einen solchen Wanddrucker einzusetzen, um Orte wieder schnell „aufzuhübschen“, ohne gleich das große Besteck zu holen. Kleine Dekorationskorrekturen und Beschriftungen sind denkbar, um Kunst im urbanen Raum zu erschaffen, wo man sie nicht erwarten würde.

Und Immer wieder der Faktor Zeit! - Mit dem der Zeit unterliegenden Verfall, und Zerfall.

Zerfallszeiten, Haltbarkeiten,Halbwertzeiten und das visualisierte Hin- und Herrechnen von Stoffzusammensetzungen, mit ihren möglichen Auswirkungen, sowohl in Medizin, als auch Gegenständen und alten, wie neuen “Sachlichkeiten“, sowohl neu, jung, frisch, als auch traditionell, alt und bewährt. …

Risse, Trocknungsrisse, Temperaturverwitterungen, Erosionsspuren… Johanna Liebsch´s signierte Limited Edition offenbart eine etwas andere Schönheit der Gegenwart mit

Kuba - Havanna, Mexico – Oaxaca, und anderen besonderen Orten dieses Planeten.

Wenn keine Möglichkeiten existieren zu restaurieren, renovieren, zu investieren, wieder, oder neu aufzubauen, muss man lernen das, was manchmal als schrecklich empfunden wird, die hässliche Seite der menschlichen Existenz, ins Positiv zu drehen. Die Schönheit neu zu definieren.

Johanna Liebsch`s Fotoarbeiten gelingt dieser Versuch.

Torsi aus Marmor mit dem metamorphen Kristallin aus Carrara, Italien, oder Köpfe mit offenen Schädeldecken aus carraraweißem, aber anderen grobkristallinen Marmor aus Portugal, oder dunkles, tonfeines „Gestein“ wird von Josjeout bei Jos Out / OutArt angeboten. Es sind vor allem die Steinmetzarbeiten, die der Idee von Ewigkeit einen besonderen Charme verleihen und offenbaren, dass Perfektion quasi ein Ding der Unmöglichkeit ist.

Brüche, Schnitte, Unreinheiten und Aufschmelzungen, auch im Gestein, heilen aus. - Die Heilungen werden zum Teil des Ganzen. - Immer ist stoffliche Umwandlung im Spiel, Metamorphose. - Stoff- und Energietransport. Das Imperfekt wird zum eigentlich wertzuschätzenden Tüpfelchen auf dem i.

Die aparte Künstlerin Gerti Landwehr mit ihren großformatigen motivierenden Frauen-Portraits in hellen, strahlenden, sinnlich starken Farben ist auf der discovery art fair persönlich vor Ort.

Bei Galerie Helligkeit mit Marije Kujns „Whispers“ und Susanne Meier zu Eissen-Rau wird gewitternd zackig beidhändig live performt, in hellen Farben mit Ölpastellkreide.

Ein Großformat auf der Außenwand, mit Strukturen über den Rand hinaus, den Rahmen nicht sprengend, aber doch über den abgesteckten Raum hinweg expandierend, lädt ein zum Philosophieren über Grenzen, Landschaften, Farben und ihre Bedeutung. - Wahrnehmung, die erweitert werden kann.

Landschaften und Wetterphänomene haben auch ANDERE zu bieten. So auch Sebastian W. Gahntz aus Leipzig der Wolkentürme in Fehlfarben aufbaut - ZEICHEN ?!

Die Wolkenformen und Wolkenfarben erinnern an die Kriege oder Vulkanausbrüche dieser Tage, und mit dem Wissen über die trockenen Gebiete semiarider Steppenlandschaften auf der Erde kann man sich vorstellen, dass ein einziger Moment zur falschen Zeit am richtigen Ort, oder zur richtigen Zeit am falschen Ort, je nachdem, von heute auf morgen alles verändern kann.

FLACA, JUN SCHÄFER, ODO RUMPF, und Wandgedrucktes für besondere Zwecke

Die Zerbrechlichkeit einer zarten Seele kann nicht laut genug herausposaunt werden, und FLACA, mit venezolanischen Wurzeln rückt die Zerbrechlichkeit in den Fokus.

Zusammen mit Odo Rumpf und Jun Schäfer, sowie dem Unternehmen Jens Pichtemann, das Kunst und Beschriftung auf Wände druckt, bietet sie besondere Kunst einem ausgewählten Publikum, das genau weiß, was es heißt, auch auf die Zwischentöne zu achten, die manchmal leise, fast unhörbar lauter sein können, als ein ohrenbetäubender Lärm.

Zwischentöne nicht zu überhören… Odo Rumpfs alte Schreibmaschine mit den fehlenden Lettern ist das Mahnmal, das neben der Druckmaschine steht.

Druck!

Drucker!

Buchstaben!

Tastaturen!

Alphabete!

Sprachen!

..

In Hotels oder Museen hat man nicht selten schon Kunst beschädigt, in unbeobachteten Momenten.

Der Wanddruck bietet eine alternative Lösung. Ein vielleicht im Geheimen verborgenes Original genießt damit den höchstmöglichen Schutz. Fürsorge, um es in der Zeit zu erhalten, und um es vielleicht unbeschadet in die Zukunft zu tragen. - Über Generationen hinweg.

Als Kommunikatoren auf eine etwas andere Art haben sich die Künstler bei 4RT by odoART zusammengetan und bieten Lösungen für Probleme, von denen so mancher Kunstliebhaber und Sammler noch nicht einmal ahnt, dass er sie je wird haben können.

Am ENDE zurück auf Anfang und MORGEN geht es weiter!

Sich Zeit zu nehmen die Zusammenhänge zu begreifen wird auf der discovery art fair nicht zuletzt durch das Catering ermöglicht.

So, wie Kunst selbst Zeit braucht beim Entstehen, so brauchen die Besucher Zeit, das Gesehene zu verarbeiten. - Einer Kaufentscheidung auf die Sprünge helfend schafft man die Gelegenheit zu pausieren. Und den Wert der Pause als eigene Kunstform entdeckend schaut man sich um und erkennt im Umfeld die Kunst von Wiebke Bader, die überdimensionale Schleifen bindet und

Objekte den überdimensionalen arp`schen Wurmspuren nachempfindet. Bandwurmdesign für die Eingeweihten.

Wiebke Bader, Katrin Sandmann-Henkel, Tanja Hust Fine Art Photography und Bore Ivanoff, sowie BNS stellen in direkter Nachbarschaft zum Wohl für Leib und Leben aus, samt angebotener Gaumenfreuden.

Dass die Welt so ihre Schwierigkeit hat mit Künstlern und Poeten und deren unterschiedlich interpretierbaren, verwirrenden, kreativen Ergüssen, wird klar, wenn man sich den Werdegang vieler Künstler anschaut. So manch einer muss seiner Heimat den Rücken kehren, weil er zu laut gemalt hat, oder Kritik geübt hat, auf eine Art, welche die ein oder andere Person, oder Gruppe nicht aushalten konnte. - Auch politisch. – Und nicht jedes System verzeiht Systemkritik. Und sei es auch nur auf einer Leinwand, oder einem Blatt Papier.

Menschen , die militärdiktatorische Systeme erlebt haben, werden jeden Ansatz von Friedensbemühungen zu schätzen wissen und man findet auf der discovery so manchen internationalen Künstler, der seine Sicht auf Welt und Dinge offenbart.

Wer sind die Friedensbotschafter, und aus welchem Holz muss man gemacht sein, um sich nicht den Mund verbieten zu lassen, wenn unbequeme Wahrheiten ausgesprochen werden müssen?

Man findet „Frieden“ als Titel unter einem Werk des sudanesischen Künstlers Ahmed

Abushariaa, dessen tiefgründige Arbeit feinst ausgearbeitet ist. Man kann erahnen, was Jahre langer Krieg in einer Seele anrichten kann und welche Spuren zurückbleiben. - Die Erwähnung der Zusammenarbeit mit dem Kulturzentrum Köln zeigt, dass internationaler Kulturaustausch immer sensibel behandelt werden muss, weil viele Kulturen so unterschiedlich sind, dass die Überwindung der geopolitischen, globalen Spannungen laut Medienberichterstattung oft noch immer unüberwindlich, zumindest aber problematisch scheinen.

Namen wie Ahmed Abusharia, El Tayib und Geoffrey Mukasa sind mit der AKA Gallery auf der discovery art fair vertreten, ebenso Namig Huseynov, Kanan Aliyev und Kamran Asadov aus Aserbaidjan, vertreten durch die Galerie Ismayilov, wo Kunst als eine Brücke zwischen den Kulturen verstanden wird.

Immer wieder wird in den Farben der Erde überliefert. Den Farben auf der Spur findet man die neue Werksserie „Terra“ von Christian von Bremke oder Johanna Liebschs Spuren der Zeit an den Wänden der Welt, wo Mensch versucht hat, dem Klima trotzend, einen Hauch von „Poesie“ in die Zeit zu tragen.

Sinnlichkeit, Menschlichkeit,… den Eingeweihten mehr als nur sichtbare Objekte oder kreative Ergüsse, findet man Werke der Jugend neben Werken der Junggebliebenen.

Dass Kunst Zeit braucht erklärt auch der Steineflüsterer Christian Koller mit einer Serie von Grafiken 2021 bis 2026. Der Wiener Bildhauer, Maler, Grafiker, Buchautor und Kunsthistoriker macht klar, dass das Schöpferische und die Langsamkeit immer Hand in Hand gehen mit dem inneren Kind und der Poesie.

Viele neue Talente und Hoffnungsträger als Zukunftsgestalter in Kreativwirtschaft und Kunst, die das kulturelle Erbe erweitern und den einmal eingeschlagenen Weg fortsetzen sollen, sind auf der discovery art fair zu finden. Nationale, wie internationale Namen. Namen, wie Robert Balke, mit seiner automatisierten „Malmaschine“, Itamar Yehiel mit seiner „sculptural embrodery“, El Bocho und Käpt´n Nobby bei art 42 oder Gudrun Landwehr, mit ihren freundlichfarbigen, großformatigen Porträts. Sie alle haben den Sprung auf die discovery art fair geschafft. Den Sprung auf die kleine Entdeckermesse, die Vorstufe zu den großen Messen ist und auf der ewigen Suche nach Künstlern, die kreieren können, und den Unwägbarkeiten des Lebens die Stirn bieten. - Künstler, die sich auf den Weg machen wollen in internationale Gewässer und ihre Mäzenaten suchen, die den Weg mit ihnen gehen wollen.

Am Ende des Messebesuchs über die 2026er discovery art fair mit all den erlauschten, oder geführten wunderbaren Gesprächen in so mancher eigenen, oder fremden Mundart, ist es Odo Rumpfs Objekt des vielleicht überdimensionales Alien, das man als visuellen Nachhall mit nach Hause nehmen darf. Vielleicht ist man beseelt frohgestimmt, wenn auch etwas wehmütig, weil man einfach nie genug Platz haben wird, um all das zu hängen, oder zu stellen, was man sich wünschen würde, und natürlich weil man einfach nicht immer haben kann, was man sich wünscht, aber mit einem Augenzwinkern darf man beim Verlassen der X-Post zurückblicken und das metallene, an Robotics erinnernde Technik-Ungetüm mit denkwürdigem Kopf betrachten und sich schon jetzt auf die nächste Ausgabe einer Discovery freuen.

DENN:

Jedem Ende wohnt ein Anfang inne! Und am Ende der 2026er Ausgabe der discovery art fair bleibt nur zu sagen: „Es hätt noch immer jootjejange“, und für dieses Mal ist der Weltuntergang mal wieder ausgeblieben.

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