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HOMELESS von Jozek Nowak bei der Galerie Arp zwischen den Hallen der ART Karlsruhe

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Homeless bei Mari Arp zwischen den Hallen der Art Karlsruhe

HOMELESS bei Mari Arp zwischen den Hallen der ART Karlsruhe

Emanuel de Sousa, Eri Hahn, Alex Huelbach, Christine Liebich, Yvonne Präger, Daniela Schweinsberg, Will Yu und Jozek Nowak …

Das sind die Namen, die bei Marion Sulzmann zu finden sind in ihrer ARP Galerie, die in Hanau direkt am Busbahnhof top positioniert ist. Und Mari Arp, die Künstlerin mit dem großen Namen, der indes nichts mit dem großen Kunst-Namensvetter Hans Arp und seiner Sophie Taeuber-Arp zu tun hat, hat das Gespür für Kunst, das man haben muss, das glückliche Händchen und das Talent immer die richtigen Künstler zu finden, mit denen sich umgebend man gemeinsam wachsen kann.

Die Künstlerin und Galeristin hat das gewisse Etwas. Charme, Esprit, Witz, Selbstironie und Ernsthaftigkeit,… Attribute, mit Potential sich in sie zu verlieben. Gesellschaftskritisch und mit Feingefühl, wie auch Gespür für die Schieflagen in der Gegenwart, resultierend aus der Vergangenheit, bringt sie mit Jozek Nowak einen Bildhauer mit zur ART Karlsruhe, der eine freche Göre in den Kreis eines höheren geschnitzten Rates stellt, der das Mädchen zu prüfen scheint.

Ein hölzerner Mahner, an Gewicht gerade so schwer, dass er transportabel mitgenommen werden, und überall kurz für ein schnelles Photoshooting aufgestellt werden kann, ohne, dass man ein lebendes Modell braucht, mit Potential eine jede Sammlung zu bereichern.- Nach dem Erwerb muss man keine weiteren Investitionen tätigen. Mit der Figur kann man spielen. Sie ist schon mit Spuren und Zeichnungen erschaffen, und weitere Spuren dürfen sich einprägen. Der Zahn der Zeit darf weiter an der Gestalt nagen. Das Imperfekt ist Teil des Ganzen, genau wie bei Achim Ripperger. Nicht rein, nicht vollkomen, nicht erschaffen, um es für sich allein zu behalten und zu schützen, sondern robust, so dass es auch in der Öffentlichkeit nicht nur drinnen, sondern auch draußen beeindrucken kann.

Zwischen den Hallen darf Mari Arp den Bemantelten ihres Künstlers Jozek Nowak, in Trendfarbe lila positionieren. Den Aufrechten, mit den Händen in den Taschen, der wie ein Goethe dasteht, nur ein wenig derber. Mit einem Antlitz, wettergegerbt, wie das eines Seemannes. – Stolz, aber die Gesichtszüge resigniert. - Homeless 2020

Homeless? - Ohne Meister? - Ohne Heimat?

Ohne Heim? – Ohne Bezug zu seinen Planeten, immer unterwegs, immer auf großer Fahrt. … Home,… der eine und einzige Planet ALLER Menschen, auf dem er hin und her getragen wird. - Ohne endgültigen Standort. – Noch? - Abgestellt im Skulpturenarsenal eines Schöpfers, der unentwegt neue Wesen kreiert. Holz mit der Kettensäge nicht massakriert, sondern feinfühlig ausarbeitet, modelliert. - Bearbeitet, so dass Menschen werden, denen nur noch Leben eingehaucht werden müsste.

Und Nowaks Göre vor dem hohen Rat, die Hände hinterm Rücken, die Beine gekreuzt, rechts vor links steht stolz und aufrecht und hält stand der Prüfung, ganz gleich mit welcher Zensur – Vielleicht ein Bild, das so viele junge Menschen kennen, die den Prüfungen der Erwachsenen ausgesetzt sind. Seien es Lehrer, Professoren, einstellende Chefs, oder andere, die abwägen was einer taugt und in der Zukunft wert sein oder werden könnte..

Menschen zu erschaffen, sich mit menschlichen Körpern und Haltungen auseinanderzusetzen, sie anzuordnen und ihre Einzigartigkeit in Szene zu setzen ist ein Talent, das viele Stunden Arbeit erfordert. Mit der Kettensäge zu modellieren eine besondere Passion.

Besonders, wie auch Mari Arps eigene Werke, die sie auf der ART Karlsruhe in ihrer unnachahmlichen ART nicht dabei hat. Immer wieder Köpfe und Gesichter, die Geschichten erzählen, die faszinieren und denen man ansehen kann, dass sie Bürden tragen. Auch manchmal die Bürde Masken tragen zu müssen, weil besonders, weil wichtig. Schauspielernd. - Nicht alles muss gesagt werden, nicht alles erzählt, manchmal liest man im Antlitz und erkennt. Der Jugend sieht man noch nichts an#. Die Spuren haben erst angefangen sich einzuprägen. Aber das Leben schreitet voran, mit allen Prüfungen und Tiefschlägen, Stolperfallen und Unwägbarkeiten. Den Glücklichen sieht man über die Jahre die Freude an, den Gepeinigten das Leid. Stark zu bleiben und weiterzumachen fällt nicht immer leicht.

Die erste Ebene, die unterste Schicht, ist noch sauber und hoffentlich unberührt. - Unbeschwert, unbedarft. - Erst über die Zeit werden die Spuren sichtbar und Hoffnungen geweckt, dass Leben nicht beschwerlich und voller Leiden sein soll. - Nicht elendig endet, wie es von den Alten bisweilen erzählt wird.

Mari Arps Künstler zeigen alle Facetten von Menschlichkeit. Die Positionen ziehen sich durch alle Schichten der Gesellschaft.

Daniela Schweinsberg arbeitet in Schichten, überlagert, verbirgt darunterliegendes, bringt Ebenen übereinander, Schicht über Schicht. Sie arbeitet spontan, abstrahiert, lässt dem Betrachter offen, was er sehen möchte, ohne zu klären, ob er etwas sehen soll. Der Spielraum für Wahrnehmung bleibt offen.

Emanuel da Sousa mischt die Trends der Zeit nach den großen Kriegen wild durcheinander, gern mit Raubtieren und maskierten Persönlichkeiten, farbstark und eigen. Auf der ART Karlsruhe 2026 integriert er auch die Trend-Farben eines Benjamin Burkard. Die Farbgebung eigen, mit viel Beige und Sandtönen in den größeren Formaten, Farben die man lange nicht gesehen hatte. - Aus vielleicht guten Gründen!

Christine Liebich arbeitet mit Metall und Beton, auf ihrer Seite mit Pusteblume, Samen des Löwenzahn, abflugbereit sich zu verteilen in Raum und Zeit sind ihre Arbeiten wie ein leiser Verweis auf die Möglichkeiten der Stoffe, wie man mit ihnen arbeiten kann, und was aus ihnen werden kann.

Die gegebenen Rohstoffe nutzend arbeitet sie Leichtigkeit mit schweren Elementen aus, verleiht ihnen Farbe und filigrane Form, und macht sichtbar, was man eigentlich eher nur aus der Baubranche kennt. Sie spielt mit den Möglichkeiten, wie sich Fasern verhalten können, Metallstäbe, Stahlstäbe und Stäbchen und rundet ab, was sich in Gedanken vorgeformt hat.

Bei Alex Huelbach „lösen sich Farbpigmente zu schwebenden Flächen auf“, so findet man beschrieben, was die Arbeit der Künstlerin ausmacht, die Arbeit in

Resin, Kunstharz zeigt, wie man mit Stoffen umgehen kann, um etwas Bleibendes zu erschaffen, das vielleicht auch gefällig ist. Schärfe, Unschärfe, Kanten und Übergänge bekommen hier ihren ganz eigenen Wert.

Mit Yvonne Präger deckt das Portfolio Mari Arp auch Blüten ab. Blumen, Pflanzen, Florales,… was früher wie selbstverständlich in so vielen Haushalten zu finden war,… Blumensträuße und Stillleben sind heute eher selten von Interesse beim Aufbau einer Sammlung. – Ein Fehler! - Wenn keiner mehr hinschaut, die Pflanzen, Blüten, Blumen, Schönheiten, das schöne Blendwerk nicht unter die Lupe nimmt, kann man das große Ganze nicht sehen. Die Schönheit und Vielfalt der Welt nicht begreifen. Kontrastreich in Szene gesetzt auf dunklem Hintergrund. Beleuchtet in Dunkelheit, wie aus dem Schwarz kommend, strahlend zur Geltung gebracht…. Mari Arps Gespür für das Besondere ist mit der Aufnahme von Yvonne Präger in ihren Künstlerstamm wirklich beeindruckend.

Und dass die Dunkelheit, das Düstere immer auch seinen eigenen Reiz hat offenbart sich mit den Arbeiten von Will Yu.

Will Yu ruft das Düstere, Dunkle mit auf den Plan, eine Seite, die vielleicht auch jeden Menschen innewohnt und die man nur wecken muss.

Mari Arp zeigt das Spektrum der menschlichen Psyche wie ein Schaupiel des Lebens mit all seinen Schattierungen. Am Ende nimmt der Betrachter immer ein Stückchen Welt in der Erinnerung mit nach Hause.

Mit Sehnsüchten, mit Spielereien, mit Erlebtem…

Am Ende, wenn alles vorbei ist, das Schauspiel beendet, die Prota- wie auch Antagonisten die Bühne verlassen haben, abgeschminkt, die Geschichte abgespielt ist, bleiben die Kostüme zurück, im Fundus. Als Zeugen der Zeit, in der sie getragen wurden. - Auch das zeigt Marion Sulzmann, alias Mari Arp, in ihrer ARP Galerie. - Nachhall von Menschen in der eigenen Geschichte. Als re:discover von Eri Hahn auf der ART Karlsruhe.

Ein Interessent der Sammlung Arp`scher Künstler nimmt die Menschlichkeit mit all ihren Facetten an und mit dem Erwerb eines Werkes übergibt er Geschichte, vor allem Nachkriegs- und Filmgeschichte, an die gegenwärtige und die Nachfolgegeneration.

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