HOMELESS von Jozek Nowak bei der Galerie Arp zwischen den Hallen der ART Karlsruhe
Zwischen den Hallen darf Mari Arp den Bemantelten ihres Künstlers Jozek Nowak, in Trendfarbe lila positionieren. Den Aufrechten, mit den Händen in den Taschen, der wie ein Goethe dasteht, nur ein wenig derber. Mit einem Antlitz, wettergegerbt, wie das eines Seemannes. – Stolz, aber die Gesichtszüge resigniert. - Homeless 2020
Homeless? - Ohne Meister? - Ohne Heimat?
Besonders, wie auch Mari Arps eigene Werke, die sie auf der ART Karlsruhe in ihrer unnachahmlichen ART nicht dabei hat. Immer wieder Köpfe und Gesichter, die Geschichten erzählen, die faszinieren und denen man ansehen kann, dass sie Bürden tragen. Auch manchmal die Bürde Masken tragen zu müssen, weil besonders, weil wichtig. Schauspielernd. - Nicht alles muss gesagt werden, nicht alles erzählt, manchmal liest man im Antlitz und erkennt. Der Jugend sieht man noch nichts an#. Die Spuren haben erst angefangen sich einzuprägen. Aber das Leben schreitet voran, mit allen Prüfungen und Tiefschlägen, Stolperfallen und Unwägbarkeiten. Den Glücklichen sieht man über die Jahre die Freude an, den Gepeinigten das Leid. Stark zu bleiben und weiterzumachen fällt nicht immer leicht.
Die erste Ebene, die unterste Schicht, ist noch sauber und hoffentlich unberührt. - Unbeschwert, unbedarft. - Erst über die Zeit werden die Spuren sichtbar und Hoffnungen geweckt, dass Leben nicht beschwerlich und voller Leiden sein soll. - Nicht elendig endet, wie es von den Alten bisweilen erzählt wird.
Mari Arps Künstler zeigen alle Facetten von Menschlichkeit. Die Positionen ziehen sich durch alle Schichten der Gesellschaft.
Daniela Schweinsberg arbeitet in Schichten, überlagert, verbirgt darunterliegendes, bringt Ebenen übereinander, Schicht über Schicht. Sie arbeitet spontan, abstrahiert, lässt dem Betrachter offen, was er sehen möchte, ohne zu klären, ob er etwas sehen soll. Der Spielraum für Wahrnehmung bleibt offen.
Emanuel da Sousa mischt die Trends der Zeit nach den großen Kriegen wild durcheinander, gern mit Raubtieren und maskierten Persönlichkeiten, farbstark und eigen. Auf der ART Karlsruhe 2026 integriert er auch die Trend-Farben eines Benjamin Burkard. Die Farbgebung eigen, mit viel Beige und Sandtönen in den größeren Formaten, Farben die man lange nicht gesehen hatte. - Aus vielleicht guten Gründen!
