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Discovery Art Fair Frankfurt 11/2020

CRELALA Kunst unterwegs auf der Discovery Art Fair in Frankfurt 11/2020

Manchmal passiert Seltsames, wenn man durch die Kunst schlendert und die Vielfalt der Inspirationen auf sich wirken lässt. Man sieht schon Gesehenes, sieht Altes, sieht Neues, sieht noch nie Dagewesenes, sieht Wundersames und Denkwürdiges, und bisweilen zieht es einen zu dem ein- oder anderen Kunstwerk, ohne, dass man sofort begreift warum. - Man verharrt.

So passiert auf der Discovery Art Fair 2020 in Frankfurt.

Der erste Gedanke beim Blick auf das Werk war: Warum? - Die Kraft der Farben, die Komposition, der Zauber des leisen Strichs, ... alles zusammen erinnert es an dasselbe Gefühl, das man schon einmal bei Werken einer anderen Künstlerin hatte. (Aber das ist eine andere Geschichte.) Es geht ums Eins-Sein mit dem großen Ganzen!

Die Vielschichtigkeit des Seins lässt das Hirn die seltsamsten Dinge miteinander verknüpfen.

Fasziniert, grübelnd, sinnend, ... die Kunst hält viele Adjektive und Adverben parat und man kann von Freude, über Schmerz bis Traurigkeit alles finden. Manchmal ist man gerade von einem Kunstwerk angezogen, dann fällt das Werk daneben ins Auge und als würden die Bilder, jedes auf seine eigene Weise, leben, „ruft“ plötzlich ein Werk. Nicht dass es wirklich rufen würde, aber so lässt es sich am ehesten in Worte fassen. Bilder in Worten. - So ein Ruf eines Bildes geht von „Digitalis“, dem Werk von Gabriele Willberg aus, das eine Farbmagie mitbringt, wie die Werke, an die man sich erinnert. Die bleibenden Eindruck im Gedächtnis hinterlassen haben. Vielleicht beschreibt die Begegnung des Odysseus mit den Sirenen bei seinen Irrfahrten am Besten, was gerade passiert. Die Macht der Farben kommt einem Wispern gleich. Das Gift der kostbaren Schönheit kann tödlich sein, wenn nicht richtig dosiert. In unendlicher Verdünnung ist es ein Heilmittel. - Das strahlende Leuchten zieht in den Bann.

Man könnte stundenlang die Technik in Gouache, Pastell und Acryl beschreiben, den Werdegang der Künstlerin beleuchten, könnte versuchen zu ergründen, warum dieses Werk solche Magie ausstrahlt, aber es geht um die Impression! Gabriele Willberg zeigt Natur. Inmitten der Klimawandeldebatten und Pandemie-Ängste setzt sie malerisch um, worüber andere reden. Das Draußen gewinnt an Bedeutung. Sollte es. Die digitale Welt hinterlässt Spuren. Die Hoffnung ruht im Draußen.


Draußen, wie auch die Werke von Anjuta Schneider! Gleich neben Gabriele Willberg. Und wieder ist es das Leuchten der Farben, an dem man hängen bleibt. „Gamba Carabiniera“ hängt nicht, dafür zwei andere Großformate. Mit Hummer? (Oder Lobster? Oder Scampi? - Auf jeden Fall Meeresfrüchte!) - MEER! - Bis auf den Hummer aber ist nicht viel Meer im Bild. Statt dessen sieht man eine kauernde, marienhafte Gestalt im Hintergrund, die sich mit der Linken die Augen zuhält. Und dann noch ein Gesicht, wenn man das Bild aus einer anderen Perspektive betrachtet. Dieses Werk hat Kraft! Und erzählt! Und schon steckt man mitten in einer Geschichte. - Bilderdichtung schießt es einem durch den Kopf. - Wunderbare Kunst mit Tiefgang.

Tiefgang, den auch die Wilden Pferde von Heike LIN Triebel haben, die den Fluten eines türkisfarbenen Ozeans entsteigen. Aus Meerschaum in Gaze. ... Wilde Pferde! Sinnbild für Freiheit! Ungebundenheit! Unbezwingbarkeit. Eine eigene Erinnerung an Wilde Pferde wird wach. An einer Decke. Damals nur eine Skizze. In Bleistift. Auf der anderen Seite der Welt. Und nur für jene zu sehen, die den Blick heben. Wie aus einer weiteren Erinnerung. An die weißen Pferde der Camargue. Oder schwarze Mustangs im Wilden Westen. Und plötzlich ist man geistig bei Erdkunde. Dem Schulfach, in dem man von einem charismatischen Lehrer etwas über Passatwinde und Rossbreiten lernte. - Rossbreiten, in denen bei Windstille die Überfahrt in die Neue Welt zum Stillstand kam und so viele ihr Leben lassen mussten. Menschen, wie Pferde, die dann über Bord geworfen werden mussten, um Seuchen zu verhindern. Und dann ist man wieder bei Heike Lin Triebels Pferden im Meer. - Pferde, die aus Meerschaum geboren werden. Welche Kraft, welche Magie. Ein magischer Moment entsteht, die Phantasie lodert auf. Das Rauschen des Meeres und das Aufschlagen der Wellen auf den Strand, gebrochen vom Schnauben geblähter Nüstern und einem Wiehern, das sich im Wind verliert. Nicht unerwähnt bleiben sollte das rote Pferd. Ist es Hengst, oder Stute? Die Neugier ist geweckt. Warum denkt man unmittelbar an Hengst? Es ist nicht recht erkennbar. Man hat vergessen zu fragen, verschiebt es aufs nächste Mal, denn den Namen Heike Lin Triebel wird man sich merken. - Ihre „Wild Horses“ werden nicht mehr vergessen.

Tiere waren auf der discovery art fair in Frankfurt verhältnismäßig wenige zu bestaunen. Obwohl. Da gab es bei InGallery, einer Adresse in Moskau dieses Bild einer Kuhweide mit weidenden Kühen, wie man es aus dem Allgäu gewohnt ist. - Ein Triptychon. In der Mitte ein Christuskreuz, daneben 1 schwarz-weiß gefleckte Kuh, die anderen 11 Kühe Abstufungen von braun-weiß-gefleckt. Das Grün wie ein Fußballrasen, der nachtschwarze Himmel mit Schemen von Wald dahinter, wie eine Platte am Feldrand aufgestellt. - Kunst kann so faszinierend sein. Es ist immer wieder eine Freude zu beobachten, wie Künstler die Welt wahrnehmen.

Künstler, wie Rainer Jakob, der eine Birke zu einer Rakete umgestaltet und bei dem der Weg nach oben über eine Treppe aus Metall-Benzinkanistern führt, Künstler, wie Hyp Yerlikaya, der mit seinem Fire Dragon und fließenden Werken aufwartet, die an schmelzendes Gestein erinnern, oder Brian M. Viveros, der eine barbusige Schönheit mit Zigarette und Wikingerhelm von einem Kampfgeschwader umfliegen lässt und sein Werk Battlefield tauft, wobei man an das Lied „Love is a battlefield“ denken muss.

HAMANN gestaltet mit der Kettensäge aus Plexiglas einen Ring, wie die Iris eines Auges. Geduldig erklärt er, wie die erhabenen Strukturen durch das Sägen entstehen, was man schließlich selbst gesehen haben möchte, um es tatsächlich glauben zu können. Und da ist es dann auch wieder, dieses Einmalige in der Kunst, wenn man nicht immer alles sofort begreift, es aber wissen will, nicht locker lässt und nachhakt. Freilich nicht immer mit für sich selbst befriedigendem Endergebnis, aber doch spannend und auf jeden Fall denkwürdig. Die Farbänderungen, je nach Einfallswinkel des Lichts, sind eine weitere interessante Spielart der Werke von Hamann, die zum Nachdenken anregen über Kunst und Wissenschaft.

Irina Wolff präsentiert „Weisheit“ bis „Anderssein“, so die Ankündigung der Messe, Titel im Flyer: „Nacht“. Lässt man Titel ohne Bild wirken kann die Phantasie unendlich viele Möglichkeiten der Darstellung bieten. Irina Wolff hat sich für Köpfe entschieden. Sphinxen gleich, mit geschlossenen Augen. Man denkt an die Unendliche Geschichte, in der Atreju durch das Südliche Orakel schreitet. Die scheinbar Schlafenden vor dunklem Hintergrund, nur vage erkennbar. Makellose Gesichter mit weiblicher Attitüde und aufgeblühten, ja fast schon verblühten, Rosen geschmückt. Würde man ein einziges Wort zur Beschreibung der vier großformatigen Porträts in dunklen Tönen suchen, es fiele einem MYSTIK ein.

Mystisch auch „Das Feuerwerk“ von Jürgen Schmidt-Lohmann, das, obwohl streng limitierter Digitalprint, online nicht annähernd so wirkt, wie real. Die dreidimensionale Wirkung, eine optische Täuschung einer Ausbauchung, lässt sich kaum fotografieren. Dafür hat man online das Gefühl, es könnte sich um eine gigantische Papierarbeit mit mindestens vier Metern Höhe handeln. Vielleicht sogar noch größer. Fünf, sechs, sieben oder mehr Meter. Beleuchtete Pappsterne zusammenmontiert, gleich einem riesigen Weihnachtsbaum, auf einer hell beleuchteten Rue, irgendwo in einer der Megacities dieser Welt. Aber in diesem Jahr wohl eher nicht. Da könnte es in der Weihnachtszeit dunkel werden. - Wer weiß. - Vielleicht setzt der Künstler aber die Idee eines Tages tatsächlich in Papier um. Als Denkmal für das NEW NORMAL! Was aber ist das NEW NORMAL? - Soll es sein?

Das Gestern scheint in Auflösung. Reinhold Adscheid präsentiert „Nightshopping“ diffus unscharf, Katrin Sandmann-Henkel inszeniert Frankfurt, wie bei einem Erdbeben, und Hyeja aus Seoul zeigt eine verlassene Oranienstraße, in der das bunte Treiben, das schnellebige Nachtleben fehlt. Übrig bleibt das Leuchten der Stadt und die damit verbundene „Lichtverschmutzung“. Wozu Licht, wenn die Menschen nicht mehr auf den Straßen sind? Nicht mehr auf die Straßen dürfen? Können. - Das Wort LOCKDOWN taucht im Geiste auf. Lockdown und Corona. - Hikikomori passt dazu. Japanisch: „sich einschließen“ oder „gesellschaftlicher Rückzug“, laut Wikipedia: HIKIKOMORI.

Die Frankfurter Galerie Barbara von Stechow, im Netz angekündigt mit einem Werk von Paul Mathey, ausdrucksstarke Rote Kissen mit dem Titel „Hommage an Claudio Bravo“, präsentiert unter anderem Andrea Damp mit einem Werk desselben Titels.

„Hikikomori“ zeigt ein kleines, verloren wirkendes Kind, das unbeschwert über Steine im Wasser zu gehen scheint, und man erinnert sich an die Sterntaler, doch hier sind es Himmelslaternen, die wirken, wie stille Wächter. Wie die Sterne der Nacht, welche über die Menschen wachen. Zu wachen scheinen. Die Skulptur davor blau, Ton in Ton, passend zum Bild, ein Paar, und der Mann hält schützend die Hände um den Bauch der Frau, die neues Leben trägt. Neues Leben in sich. Neues Leben im Werden aus Liebe. Neues Leben, das eine Weile später ein Kind sein wird, das Schutzengel braucht. Engel, wie die Lichter in Andrea Damps Bild. Man verweilt und fragt sich: Was für ein Gefühl bleibt zurück? Einsamkeit? Traurigkeit? Oder Hoffnung und Zuversicht? Man denkt nach.

Denkt nach über den Wert der Dinge, die Zusammenhänge der Welt, die Existenz an sich und was man vom Leben erwartet. - Essenz!

Der Darmstädter Künstler Karen Shahverdyan, präsentiert von der russischen InGallery bietet eine Antwort: Wasser!

„morning breeze“, „Talassa I“, „Cloud“, ... Hydrogenium und Oxygenium, die Elemente des Seins. Elemente eines Planeten, den es so nicht gäbe, ohne sie, in exakt dieser Verteilung. Verteilung unter diesen Druck- und Temperatur-Bedingungen des JETZT, lebensfreundliche Bedingungen. Bedingungen, die das Klima bestimmen. Ein Klima, menschenfreundlich und das Organische liebend. Das Klima eines Planeten, der seine Schönheit seiner Symbiose mit Sonne und Mond verdankt. Karen Shahverdyan versteht es die beiden Elemente entsprechend der Anomalie des Wassers in Szene zu setzen und unter Einbeziehung des Lichts und seines Spektrums, die Erinnerungen zu wecken, die in uns Wohlbefinden auslösen. Vor allem die dreidimensionale Darstellung einer sich auflösenden Kumuluswolke fasziniert. Die Ränder, wie der Rauch einer Zigarette, sich leise auflösend, verblassend, wieder eins werdend mit dem Himmelblau, das uns die Atmosphäre schenkt. Bei Karen Shahverdyan eine künstliche Athmosphäre in einem Kasten. Auf einem Flyer dargestellt wie Beton. Beton, der künstliche Atmosphäre umschließt, wie Häuser Räume umschließen. Hochhäuser, gegossen aus Beton, viele Atmosphären beherbergend. Eine Wolkendarstellung quasi anfassbar zu gestalten und damit begreifbar zu hinterlassen ist eine künstlerische Meister-Leistung, die es wert ist, dass man sie länger betrachtet. Man nickt anerkennend und zieht den Hut. In Asien würde man sich verbeugen, als Zeichen für Respekt und Anerkennung.

Karen Shahverdyans „Candybomber“, mit Kindern, die hinter Absperrbändern erwartungsvoll nach oben schauen, möchte man nicht kommentieren. Es ist das Licht, und die Unfassbarkeit der Welt, die einen Vieles denken lässt. Vieles, was Fantasie aus allem Erfahrenen und Erlesenen werden lässt. Der Titel des Werkes weckt Erinnerung und lässt eine stumme Mahnung zurück. Nie, nie wieder dürfen sich manche Ereignisse wiederholen. Man muss lernen. Lernen aus der Geschichte und nicht rühren an manchem, was man ahnt, sonst verspielt man das Paradies.

Paradiesisch erscheinen einem die Werke von Olivier Messas. Aus der Serie Esprit Voile von 2019 sind die farbstarken Gemälde über das Segeln. Schnell und voller Energie nehmen einen die Einmaster mit. Die Segel aufgebläht im Wind, bevorzugt in gelb, rot, oder weiß, mit starken Werkstiteln wie „Un vent de liberté en mer“. Kraftvoll und ruhig dagegen die abgetakelten Masten, die still auf dem spiegelruhigen Wasser liegen. Die Segelform als Andeutung dargestellt, durch die der Himmel dahinter als Ganzes nicht durchbrochen wird. Die Magie der Farben beflügelt die Fantasie und die Spiegelungen laden zum Träumen ein. Messas kann kraftvolle Ruhe genauso stark umsetzen, wie energiegeladene Bewegung. In seiner Serie Expression Libre von 2020 arbeitet Massas fragmentiert. Wie aus Blütenblättern oder bunten Federn erschafft er einen Schwarm aus Farben, der am Ende seine Gestalt durch die Verteilung der einzelnen Elemente erhält. Eine Mystik ganz besonderer Art.

MYSTIK! Da ist es wieder dieses Wort, das die Kunst erfunden haben könnte. Mystisch wirken auch die Skulpturen des Künstlers Ulrich Naumann, ausgestellt von der Galerie art2you. Naumann hat bizarre Kreaturen mit Holzkern erschaffen. Vielleicht Männer, vielleicht spielt es auch gar keine rolle, ob Männer oder nicht, löchrig, teils durchsichtig, teils massiv, bisweilen bandagiert, mit Metall, eine finstere Assoziation heraufbeschwörend und das „Schweigen der Lämmer“ kommt einem in den Sinn. Der Galerist erklärt: Der Künstler überlässt dem Betrachter die Interpretation selbst. „Soll doch jeder denken, was er will.“ „Leben und leben lassen“ hatte noch vor kurzem ein anderer, großer Künstler aus Fernost betont. Wenn Künstler etwas erschaffen, verlieren sie sich manchmal so sehr in ihrer Arbeit, dass sie mehr als nur das handwerkliche Geschick zeigen. Sie stecken all ihr Herzblut in die Arbeit, ein Teil der Seele bleibt zurück und ihre Gedanken streifen das, was die Augen sehen, in der Gefahr vom Gegenüber eingeschlossen zu werden, wie in einem Horkrux. Ulrich Naumanns Skulpturen haben Kraft! Und gleichzeitig zeigt er, wie hilflos man sich manchmal fühlen kann. Ein Verzweifelter hoch oben macht deutlich wie dünn die Luft in der Höhe sein kann.

Höhe! An Höhe denkt man auch sofort, wenn man Birgit Pollkläseners Werke entdeckt. Die Schönheit von Technik, die Schönheit der Moderne, Perfektion und Spaß. Es geht ums Skifahren. Um Bergbahnen und um Menschen, die einfach mal die Seele baumeln lassen wollen. Die sich für eine kurze Weile dem Rausch der Geschwindigkeit hingeben, der Schwerkraft folgend den Berg nach unten jagen, um sich dann wieder der Perfektion von Technik anzuvertrauen und den Berg hinauf fahren. Hinauf in Schwindel erregende Höhen, in denen die Luft sehr dünn sein kann. Die photorealistischen Werke könnten das Thema Skifahren kaum besser umsetzen. Man kann das Flirren der Luft und die eisige Kälte des Winters beim Betrachten fast fühlen. Die Schönheit der Spiegelungen in den Brillen, das unbeschwerte Lachen der Winter-Sportler, die vor der Sonne und den Strahlenreflexionen im Weiß schützen, ... die Werke laden ein, sich verführen zu lassen von der Bergwelt im Winter, die vor noch nicht all zu langer Zeit eine karge Welt der Entbehrungen war. Die Moderne hat Abhilfe geschaffen. Die „Domestizierung des Gebirges“ wie es Birgit Pollkläsener in ihrem Katalog beschreibt, ist der Technik zu verdanken. Technik, Stahl und Energie haben Wohlstand gebracht und die „wohl stehenden“ feiern sich bisweilen selbst. Im Schnee. Solange er noch fällt. Pollkläseners Werke sind ein „Must Have“ für jeden, der noch die letzten Jahre genießen will, in denen im Winter ganz natürlich Schnee fällt, als ob es Nichts wäre und man sich die Bretter unter die Füße schnallen kann, um so schnell wie möglich wieder nach unten zu kommen. Um dann erneut aufzufahren, um noch schneller wieder nach unten zu rasen. - Dem Klimawandel voran.

Dem Klimawandel voran geht auch Attila Kirbas von der Galerie “art42“mit seinen Künstlern. Käptn Nobbis Schimpansen, vielleicht stellvertretend für alle Affen, lehren Sozialverhalten, aber man möchte den Affen nicht Unrecht tun. Vielleicht sind sie klüger, als man gemeinhin denkt und würden dem Planet der Affen alle Ehre machen, auf dem der Mensch eine sehr fragwürdige Position einnimmt.

El Bochos pastellig popartiges Girl mit viel rosa, pink und Mütze, auf der „I miss my Plattenbau“ verewigt ist, lässt viel Raum für Interpretation. 30 Jahre nach Mauerfall ist noch immer nicht überall zusammengewachsen, was zusammengehört und die Mauer in manchen Köpfen noch nicht zerfallen. - Wobei: Gehört zusammen, was man glaubt, das zusammengehören soll? Hat man die große Reise durch den Osten schon begonnen, in dem sich so viel getan hat und in dem der Durchbruch längst stattgefunden hat? Eine Heimatreise könnte in Coronazeiten zur Abwechslung eine gute Idee sein. Discovery auf Deutsch sozusagen. Es gäbe Vieles zu entdecken, das man im Herzen nach Hause tragen könnte. Warum muss es immer die Ferne sein, wenn einen das Fernweh packt? Und mal ganz ehrlich: Wer außer Goethe war alles schon in Weimar?

Mel Ramosˋ Schlüssellochfantasien, Sabine Liebchens Schönheiten, deren FACE man nicht gezeigt bekommt, Georg Pummers Porträts von Beautys mit Pixelstörungen und Elica Tabakovas Geishas sind nur einige der Themen, welche die art42 auf Lager hat. Themen, die es bisweilen in sich haben und wert sind, dass man die Künstler dafür ehrt, dass sie sich dem leisen Malen verschrieben haben.

Kunst heute ist längst mehr, als das, was Kunstgeschichte hinterlassen hat. In Zukunft, dem NEW NORMAL, der Terra Nova, könnte es sein, dass Gesellschaft und Politik sich mit Kunst und Kultur mehr verflechten werden, als einem lieb ist. Wie laut muss man werden, darf man sein, wenn man dann gute Tugenden mit ins Morgen nehmen will? Tugenden, die es wert sind. Vielleicht ist es längst überfällig die alten Werte neu zu betrachten, zu überdenken und Vorurteile und Vorbehalte über Bord zu werfen. In einer Zeit, in der es kaum noch Tabus gibt. Oder zu geben scheint.

Für die digitale Zukunft braucht es neue Ansätze. - Lösungen. - Der Aufbruch hat begonnen und es ist allen Kunstschaffenden DANKE zu sagen, die durchhalten und nicht aufgeben, auch wenn sie manchmal Inhalte transportieren, die manch einer nicht ausgesprochen oder dargestellt wissen will.

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