Fröhlich, Herbert

Künstlerportrait

„Symbolismus, Jugendstil, Surrealismus, Pittura metafisica“. Mit diesen etablierten, kunsthistorischen Begriffen lässt sich Herbert Fröhlichs gekonnte Malerei am besten fachlich beschreiben. Seit vielen Jahren, genauer seit 1985, befasst sich der Künstler aus Rodgau mit der Ölmalerei. Davor schon, ab 1975, bereiste er beruflich die Länder Mexiko, China, den mittleren Osten und Russland. Gerade dort beeindruckte ihn die Malerei der beiden russischen Maler Roerich und Wrubel. Deren Stil und Ausdruck begleitete ihn fortan. Immer wieder sind es Märchen, Träume und mythologische Gestalten, die ihn inspirieren und die er dann in seine Malerei einfließen lässt, selbst bei Stillleben.

„Als künstlerisches Credo sehe ich, anstelle avantgardistischen Stilwillens immer das Authentische, Eigene. Dies macht auch die Besonderheit eines jeden Künstlers aus.“, sagt Herbert Fröhlich selbstbewusst. Er arbeitet „thematisch“ in seinen Werken, gibt sich selbst vor, was er am Ende darstellen will. Das bedeutet jedoch das Gehen eines langen Weges. Sukzessive arbeitet er sich daher in seine vorgegebene Thematik ein, bis sie seinen Vorstellungen entspricht, kommt dabei fast in einen Dialog mit seiner Kunst und folgt seiner eigenen Bildsprache. Viele seiner Bilder haben tatsächlich auch die Anmutung der Werke von Giorgio de Chirico. Teils realistische, teils surreale Sujets zeugen von seinem zeichnerischen und malerischen Talent, die Bildinhalte und Bildaussagen exakt so darstellen zu können. Doch auch „Klassiker“, wie Beckmann oder Nolde inspirieren ihn.

Als Charakteristik der eingangs erwähnten Stilrichtungen, insbesondere der Pittura metafisica gilt, dass stets das nur in Denkakten zu erkennende Übersinnliche oder Transzendente, bildsystematisch Eingang in die Kunst Herbert Fröhlichs findet. Inhaltlich gelingt es dem Künstler, eine Verbindung zum Widersprüchlichen herzustellen und ist dadurch in der Lage, eine romantische, mystische, fast bühnenhaft zu nennende Kulissenwelt zu suggerieren. Verstärkt wird dies noch durch die traumwandlerisch treffenden und hintergründigen Titelfindungen, die immer etwas Aussagendes, oft sogar (Sozial)kritisches unterstreichen.

Herbert Fröhlich setzt in seinen Bildern sehr gekonnt Interieurs, Architektur, Landschaft und Personen in surreale Beziehung zueinander, die Motive sind technisch sehr gut ausgearbeitet, auffallend sind die immer gut gestalteten Hintergründe, manchmal die Thematik unterstreichend, ein anderes Mal Tiefe erzeugend. Sein eigener Malstil setzt sich, trotz historischer Vorbilder, immer durch, seine Ölbilder auf Leinwand sind nicht einfach „abgemalt“ oder „irgendwie kopiert“, sein eigener persönlicher Ausdruck und sein Anspruch stehen immer im Vordergrund.

Wir finden im technischen Bereich oft auch eine Art gezielte Ungenauigkeit in manchen ausgemalten Details, dann wiederum fast akademisch genaue Genremalerei. Dies fördert oder unterstützt m.E. die Dramaturgie seiner Werke. Selbst für Kenner oft erst auf den zweiten Blick erkennbar, ist dieser Kunstkniff effektiv, punktuell wunderbar geeignet, die Unvollkommenheit von menschlich Geschaffenem herauszustellen.

Herbert Fröhlichs Kunst ist beeindruckend und ausdrucksstark. Es gelingt ihm meisterhaft, seine Bildinhalte oft jenseits des sinnlich Erfahrbaren darzustellen. Bei ihm verbirgt sich hinter den sichtbaren Dingen eine zweite geheimnisvolle Wirklichkeit! > Chapeau!

Günter Weiler
© Galeria 14 GdbR


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