Regina Heiser
Regina Heiser, Künstlerin des Monats Januar
Zurückbleibende Schatten, Nachhallende Worte und die Macht der Stille - Wenn etwas fehlt, öffnet sich Raum für Neues - REGINA HEISER und DIE KUNST DES WEGLASSENS
Kreativität und das damit verbundene Gefühl sollen Raum bekommen bei Regina Heiser.
Regina Heiser selbst sagt über ihre Kunst: „Meine Positionierung in der Kunst ist Raum – Reduktion – Interpretation. – Ich übersetze Fotografie, Architektur, Interior Design und Kunstgeschichte in reduzierte Bildräume, in denen das Weglassen und Reduzieren Bedeutung schafft.“
Regina Heisers Berufe spiegeln sich dabei in ihrer Kunst wieder.
Malerei, Installation und Fotografie, wobei die Malerei den größten Anteil des Gesamtwerkes hat.
Die Darmstädter Künstlerin hat sich unter anderem mit Edvard Hopper auseinandergesetzt und seine Werke in der durch Gerhard Richter groß gewordenen Rakeltechnik, ursprünglich eine Druckerei-methode, unter Beibehaltung von Hopper´s Originaltiteln, neu interpretiert, und so das Belebte innerhalb der Räume schichtweise weggelassen.
Beim Weglassen, Reduzieren geht es nicht um Wehmut, oder Erinnerung, kein Gefühl von Verlust, wie man auf den ersten Blick meinen könnte, es geht vielmehr um den Raum und dessen Bedeutung. Die reduzierten Bilder, aus denen die Menschen wegretuschiert werden, hinterlassen Schatten. Lassen Erinnerung an Sie und Bezüge zu ihnen zurück, wie Rest-Energie.
Mit der früheren Werks-Serie „Under Cover“ hat Regina Heiser mit dem Rakel die „Unterschicht“ freigelegt, indem sie mit neuen Schichten darüber die Unterschicht überarbeitet hat.
Mit dem Rakel wird schichtweise üppig Farbe über die Leinwand gezogen – der Überschuss an den Kanten wird aufgefangen, gesichert und für den nächsten Einsatz verwahrt.
Vielleicht inspiriert durch ihre frühere Arbeit mit Kindern hat die Künstlerin keine Angst vor dem Spiel mit den Massen.
Kinder dimensionieren gern über. Panschen mit viel. Bauen und machen Statiken sicher! – Verkehrslastenoptimierung ist noch kein Thema. Massen sind noch nicht in Preisen kalkuliert. - Kinder haben ein intuitives Sicherheitsbedürfnis, mit dem man sehr achtsam umgehen muss. Besondere Aufmerksamkeit heißt nicht Distanz abbauen. „Schau hin was die Kinder machen“ hat Regina Heiser verinnerlicht.
Aber: Die „Leave-Out“-Serie mit der Retusche ist wie ein Hinweis darauf das freie Spiel beobachten zu können, ja manchmal zu müssen, was nicht aber heißt, es auch zu zeigen. In ihrer überarbeitenden retuschierenden Mediengestaltung öffnet sie somit Interpretationsspielräume und Raum für Fantasie. Es dürfen Geschichten entstehen. Im Kopf des Betrachters.
Regina Heisers Arbeit wird Immer begleitet von Musik. - Musik inspiriert. Musik gibt manchmal auch den Ton an. Den Takt vor… Der Takt spiegelt sich in den Werken vielleicht wieder, aber die Arbeit mit Musik zum Happening werden zu lassen, so weit geht Regina Heiser nicht. Der vermeintlich zu erkennende Takt ist zufällig.
Eine Lieblingsfarbe hat Regina Heiser nicht, sagt sie. - Ihre Liebe gilt dem Spiel mit den Farbkombinationen und ihren Wirkungen.
Der Untergrund als Medium ist sie die Mediengestalterin, die mit den Möglichkeiten spielt. Neue Möglichkeiten offenbarend. - Möglicherweise setzt sie neue Trends.
In den Hard-Edge-Arbeiten der „Leave-Out“-Serie die Essenz ausarbeitend, die Essenz der bereits existenten Fotografien und Räume von Zeitschriftencovern und anderen bereits existenten Fotografien, wird der „Overload“ aus einem Bild genommen. Der sich öffnende Raum wird auf Farbe und Struktur reduziert. Auf das Wesen einer Ansicht. Als wolle man begreifen lernen, wie eine Maschine die Welt wahrnimmt, wenn sie die Bilder vor sich analysiert und einteilt in ihre Hauptmerkmale. Um sie auf ihren Gehalt und ihre Wiederverwertbarkeit zu einem späteren Zeitpunkt zu prüfen.
Retusche als Medieninstrument, als Mediengestaltungsoption, um Inhalte zu entfernen und Platz für neue Szenen zu schaffen. – Bildzensur. - Szenen, die quasi den „Raum kapern“ dürfen. Bereit, alte Szenen durch neue Szenen zu ersetzen. Um den vorhandenen Raum mit neuen Protagonisten und Antagonisten zu füllen. – Als eine Option. – Vielleicht.
„Leave out“ ist die Kunst des Weglassens. Die Reduktion und das Fehlen von Figuren macht den Raum sichtbar, in dem „gespielt“ wird. - Die Visualisierung des Weggenommenen, das nicht mehr vorhanden ist, aus einem Raum,… die Absenz verschiebt den Fokus … Spuren der Vergangenheit aber bleiben als Schatten zurück.
Mehr Infos zu der Künstlerin finden Sie auf dem Künstlerportrait von Regina Heiser!
Hier finden Sie weitere Kunstwerke der Künstlerin Regina Heiser!
