Life and what really matters – ARTe Wiesbaden 2026 …
Das Niluh Swati Indonesian Art Program, mit Sitz des Ansprechpartners in FfM, ist in diesem Jahr mit einem eigenen, großen Stand vertreten. - Auf vier Seiten kann man eintauchen in eine fremde, mystische Welt, in der zu sehen ist, was die Kunst anderer Kulturen ausmacht. Es zeigt sich, wer erst beginnt, sich mit Kunst auseinanderzusetzen und wer sie schon über Jahre geübt und verfeinert hat. - Ein Meister kann wohl voller Gelassenheit selbstverloren im feinsten Detail ausarbeiten, was das Leben ausmacht. – Die Existenz an sich! – Das bunte Gewimmel auf diesem Planeten, der seine auf ihr kriechend und kreuchenden Massen ernähren muss.
Die Auseinandersetzung mit den Massen und wie man sie kontrolliert und organisiert, treibt die Kunst an. Heute, wie anno dazumal, wie eh und je.
Das Leben nicht ganz so ernst zu nehmen… das fällt nicht immer leicht. – Den Einen gelingt es besser, den Anderen schlechter. - Je nach ART. Die Erkenntnis der Verbindung zu einer ART vermittelt Jürgen-Philipp-Mueller.
„Wer sind wir und wenn ja wie viele?“ fragte Richard David Precht, und die Figuren, die auf Sockeln hocken, oder stehen, mal stramm, mal gelöst, oder solche, die sich aus rostigen Rohren zu schälen scheinen, wie befreiend aus den Zwängen, in die sie gepfercht sind, zwei Figuren davon vor einem Wandelement mit vielen schlafenden Gesichtern, vielleicht schon toter, vielleicht aber auch noch lebender Seelen, erzählen Geschichten von der Traurigkeit durch menschgemachte Regeln und Ideale. - Schönheit, Tugend, Werte,… - Gesetzesgrundlagen, an denen man festhält, ja halten muss, weil man sonst angreifbar wird. - Zur Kasse gebeten, wenn man menschlich schwach scheiternd, oder durchfallend ist. – Wer in kein Raster passt fragt sich vielleicht: Gibt es eine Alternative? - Jürgen Philipp Mueller lässt die Frage offen.
Und bei Anja Kuss sind es die Zeitpunkte, an denen sie besondere Momente erlebt hat, die sie als Titel zu ihren Werken überliefert. Bewusst als Holzarbeit an den nächsten übergebend. Holz, das neutral ist, und nicht leicht zu durchdringen.
Gunda Jastorff und Ruth Schleh zeigen zeitlose Abstraktionen in Farbe, sowie Spuren auf der Leinwand. - Es darf die Frage gestellt werden nach dem Pigment. Nach den Farben. Nach der Qualität des Malmittels und der Strahlkraft der Pigmente. - Wie kommen die Mischungen zustande und wie realistisch sind die Farben der Natur nachempfindbar? Wo in der Natur findet man das Rot, wie Blutrot, so lebendig und durchscheinend, sauber und klar? Welche Atome, Elemente, Gesteine oder Pflanzen liefern Gelb, oder Blau? Weiß. Schwarz. - Und alle Tönungen von Grau! - Was ist synthetisch erzeugt, was in der Natur vorhanden? - Die Kunst, die aus den Abstraktionen spricht liefert nicht immer Antworten, aber doch Gedankenansätze, die man weiterverfolgen kann.
Was ist die eigene Art? - Seelenverwandtschaft vielleicht, auch wenn aus noch so unterschiedlichen Kulturen stammend. Vielleicht kann ein Mensche viele verschiedene Arten in sich tragen, je nachdem, was er schon in sich aufgenommen hat, gegessen, konsumiert. Und seit Anbeginn haben sich die Gene immer wieder angepasst und das Individuum mal mehr, mal weniger widerstandsfähig gemacht. Svantje Hedß bringt es auf den Punkt mit ihrem gehörnten Humanoiden mit Kopf vor QR-Code. Scan me! Schreit das Werk. Was steckt drin, wenn Hörner zu wachsen beginnen? Oder gar Flügel? Der Code, den man zuordnen kann, man ist heute soweit, dass man ihn lesen kann, und man weiß, wer alles durchs Raster fällt, wenn man auf der Suche ist nach den Starken zum Herausfordern. - Oder den Schwachen als Test-Objekt. – Seelenverwandtschaft! – Welche Art zeichnet welche Charaktereigenschaft aus? Wer trägt welche Seelen? – Kann man Vorprägung umerziehen? - Welche Arten will man ins Morgen tragen? - Die Starken, Überlebensfähigen, die sich nicht von Emotionen übermannen lassen? Oder tut die Evolution das Ihrige, dass nur die Starken überleben?
Darf Mensch Gott spielen, und in vitro fertilisiert selektieren? Ihn den Herausforderungen entsprechend modifizieren? Wo sind Grenzen zu ziehen? – Was ist die eigene ART?
Nicht von oben durch physikalische und politische Möglichkeiten gesteuert, sondern aus der Urahnung heraus, die bis weit, weit zurück zu den Anfängen der Existenz organischer Massen reicht, stehen sich vielleicht Schwarz und Weiß, oder viele Mischungen verschiedenster Farbgebungen und kultureller Prägung ab und zu gegenüber und wissen, sie sind von derselben ART. - Ein beseelter Verbund von atomaren und subatomaren (Elementar-)Teilchen. - Teilchen mit mal mehr, mal weniger Gewicht. - Und so manches Mal unterschätzt man das Gewicht dessen, was man sich ausgesucht hat, es zu „erbeuten“ und dann durch die Zeit zu tragen.
Wir haben nicht viel in der Hand.
Können nur wenig selbst bestimmen.
Wir können viel versuchen, viel lernen, viel bewirken wollen, aber am Ende entscheiden immer andere. - Vielleicht aus anderen Zeiten.
Wir sind das Produkt aus der Vergangenheit und geben auf den Weg, was im Morgen zählen soll, was auch das Denken beflügeln soll. Sich bewusst zu sein, was man tut, dass alle Handlungen Auswirkungen haben und in die Zukunft wirken lernt man ein ganzes Leben lang. - Dabei spielt es keine Rolle, ob man digital, oder analog unterwegs ist. - Das war schon so lange bevor digitalisiert wurde. - Das Digitale aber wirkt vielleicht aus der Zukunft ins Heute, dann darf man einen Gruß ins Morgen senden, wie Gedanken und Erinnerungen an die Vergangenheit, und es ist erlaubt zu lächeln. – Hoffentlich. – All die Traumatisierten mit negativen Erfahrungen, denen geholfen wird zu verarbeiten… können in der Kunst sehen lernen, wie ein Verarbeiten, oder ein Aushalten gelingen kann.
Fazit nach dem Messespaziergang auf der ARTe Wiesbaden? … Kunst hat nach wie vor Bedeutung. - Und ihre Bedeutung ist größer, als sie mancher belächelnd bis verachtend wahrnimmt. - Die Künstler, von Anfängern, über sich noch entwickelnde Mittelklassekünstler, bis hin zu den Meistern, sowohl aus der Moderne als auch aus der Vergangenheit, überliefern Materialwissenschaften, den Stand der naturwissenschaftlichen Entwicklungen, die Besonderheiten der sie umgebenden Welt und natürlich auch nicht zuletzt die Schwierigkeiten des menschlichen Umgangs in stressigen, wie auch entspannten Phasen miteinander.
Also: ARTe Kunstmessen… HINGEHEN!
